22.02.2017

Haben Schwarze Löcher

S. Hawking: Haben Schwarze Löcher keine Haare?, Rowohlt, Reinbek 2016, geb., 64 S., 10 €, ISBN 9783498091880

Stephen Hawking

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Dass Stephen Hawking am 8. Januar 75 Jahre alt wurde, ist wahrlich ein Grund zu feiern, zumal er nach wie vor wissenschaftlich aktiv ist. Kürzlich hielt er die „Reith Lectures“, welche die BBC 1948 ins Leben gerufen hatte und welche sich an eine breite Öffentlichkeit richten. Viele hochrangige Persönlichkeiten, darunter Physiker wie Robert Oppenheimer, Bernard Lovell oder Martin Rees, haben in diesem Rahmen bereits Vorträge zu wichtigen wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Themen gehalten.

Stephen Hawking sprach über sein Lieblingsthema Schwarze Löcher und die Frage, ob diese vielleicht doch nicht ganz so schwarz sind und wieder etwas von dem hergeben, was sie verschluckt haben. Der geniale Theoretiker lieferte einen launigen, leicht verständlichen und aus begreiflichen Gründen kompakten Überblick, der bei genauerer Betrachtung nur rund 20 Seiten des vorliegenden, ohnehin schmalen Bändchens ausmacht. Den Rest füllen Einleitung und in den Vortrag integrierte Erläuterungen des BBC-Wissenschaftsredakteurs David Shukman, nette Illustrationen, sieben Seiten Buchwerbung und als „Bonustrack“ der Abstract der letzten wissenschaftlichen Veröffentlichung von Hawking. Kurzum: Wer ein Souvenir zu Hawkings 75. Geburtstag haben möchte, möge zugreifen.

Letztlich wäre es kundenfreundlicher gewesen, Hawkings Reith-Vorträge in das zeitgleich erschienene kleine Hawking-Lesebuch zu integrieren, das aus Auszügen seiner bisherigen Bücher besteht sowie einem übersetzten arXiv-Paper und einem längeren Essay über Schwarze Löcher aus der Feder des Physikers und Wissenschaftsredakteurs Bernd Schuh. Wer des Englischen mächtig ist, sollte daher lieber die Webseite der Reith-Lectures besuchen.1) Dort findet sich Hawkings zweiteiliger Vortrag im O-Ton seiner charakteristischen Synthesizer-Stimme, als hübsch animierter Tafelanschrieb und als Transkript mit allen Erläuterungen sowie der Nachdiskussion, die im gedruckten Buch fehlt.

Wer noch mehr über Hawkings Physik lernen möchte, dem seien die populärwissenschaftlichen Bücher des Wissenschaftsjourna­listen Rüdiger Vaas2) empfohlen oder der Sammelband, der eventuell zur „Hawking-Konferenz“ Anfang Juli erscheint.

Alexander Pawlak

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