Licht und Materie
Johannes-Geert Hagmann, Katharina Stuhrberg, Eckhard Wallis: Licht und Materie – Die Quantenphysik des Lichts, Deutsches Museum 2026, geb., 182 S., 29,90 Euro, ISBN 9783948808358
Johannes-Geert Hagmann, Katharina Stuhrberg, Eckhard Wallis

Die Ausstellung Licht und Materie war ein außerordentlich gelungener Beitrag des Deutschen Museums zum Quantenjahr. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Munich Center for Quantum Science and Technology (MCQST) und eroberte neues Terrain, indem sie sich der Quantenoptik annahm, d. h. der quantenmechanischen Wechselwirkung von Licht mit Materie. Essenziell für dieses heute im Hinblick auf neuartige Quantentechnologien so wichtige Forschungsfeld war die Erfindung des Lasers im Jahr 1960.
Die Ausstellung glänzte mit beeindruckenden Exponaten, wie etwa der originalen Messanordnung für den ersten Nachweis der kosmischen Hintergrundstrahlung, wo ein spezieller Maser für die Verstärkung sorgte. Sogenannte Szenoramen erweiterten die altbekannten Dioramen innovativ um eine erzählerische Perspektive, um zentrale Momente der Erforschung von Licht und Materie nachvollziehbar zu machen.
Die Ausstellung schloss am 26. Oktober 2025 ihre Tore und wird erst wieder ab 2028 als Teil der ständigen Ausstellung zu sehen sein. Diesem Wermutstropfen lässt sich aber doppelt entgegenwirken: Zum einen durch die hervorragende digitale Ausstellungstour, die auf der Website des Deutschen Museums rund um die Uhr geöffnet hat, und zum anderen durch den nun erschienenen Katalog.
Dieser bietet mehr als nur ein ebenso akribisches wie attraktives Verzeichnis der Exponate. Dafür sorgen fünf aufschlussreiche Essays zu Beginn. Im ersten liefert Johannes-Geert Hagmann, der die Ausstellung maßgeblich mitkonzipiert hat, eine Vorgeschichte der Quantenoptik. Dabei macht er die Entwicklungspfade von der frühen Begriffsbildung bis zur Etablierung des letztlich nicht scharf einzugrenzenden Forschungsfeldes nachvollziehbar.
Die weiteren Essays beleuchten die Rolle von Frauen in der quantenoptischen Forschung und Entwicklung, geben Einblicke in die Anfänge der Quantenbiologie oder das Leben eines passionierten Sammlers von Lasern und fragen danach, ob sich Quantenobjekte überhaupt veranschaulichen lassen.
Der Katalogteil ermöglicht es, die Ausstellung analog von zu Hause aus zu besuchen, indem er zwölf Exponate in zwei- bis dreiseitigen Artikeln vertiefend behandelt. Dazu kommen noch eine Art Nachwort zur interaktiven MCQST-Station im Rahmen der Ausstellung und ein Abschnitt, der einige der Demonstrationsversuche ausführlicher vorstellt.
Wenn es an diesem schönen Band etwas zu bemängeln gibt, dann nur die Schriftgröße, welche die Lektürehinweise zu einer Augenprüfung macht und beim winzigen und zudem grauen Font der Fußnoten endgültig den Griff zur Lupe erzwingt. Auch den ansonsten tadellosen Personen-, Orts- und Sachregistern hätte eine größere Schrift gutgetan. Doch große Sorgfalt und Sachkenntnis machen diese kleinen Mängel wett. Der formidable Band wirft viel erhellendes Licht auf die behandelte Materie der Quantenoptik. Als ergänzende Lektüre ist der Katalog zur Ausstellung Klassische Optik ebenfalls zu empfehlen.
Alexander Pawlak













