18.09.2003

Teubner-Taschenbuch der statistischen Physik

Vojta

Teubner-Taschenbuch der statistischen Physik

Von G. Vojta u. M. Vojta.
B.G. Teubner, Stuttgart 2000. XIV + 508 S.,
ISBN 3-519-00227-2

Laut Vorwort soll das Buch Kurs- und Spezialvorlesungen begleiten sowie zur Prüfungsvorbereitung und als Nachschlagewerk dienen. Es liegt in der gewohnt ansprechenden, handlichen Form der Teubner-Taschen bücher zu erschwinglichem Preis vor.

In 13 Kapiteln werden, übersichtlich gegliedert und eingeleitet durch Kapitel über Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitstheorie (inkl. stochastischer Prozesse), die wesentlichen Grundlagen und Anwendungen der statistischen Physik prägnant dargestellt: Quantenmechanik und -statistik, Thermodynamik, Systeme im Gleichgewicht und Nichtgleichgewicht, informationstheoretische Methoden, Fraktal- und Perkolationstheorie, allgemeine dynamische Systeme (u. a. "deterministisches Chaos", Ergodenthorie), chemische und biologische Systeme und (sehr knapp) Synergetik.

Das Buch ist trotz des weiten Themenfeldes keine bloße Faktensammlung, sondern geht auch auf die Herleitungen wichtiger Aussagen ein und gibt zahlreiche Kommentare, Hinweise auf Ergänzungen und Warnungen vor Fehlschlüssen.

Eingestreute biografische Daten und Angaben zur sprachlichen Herkunft von Fachworten (z. T. mit englischer Übersetzung) erhöhen die Lesbarkeit. Die große Lehrerfahrung eines der Autoren ist unverkennbar. Der im Vorwort ausgesprochene "Grundsatz: Anschaulichkeit vor Strenge" (was heißt hier "anschaulich"?) verlangt natürlich Opfer, z.B. in der Quantenmechanik.

Noch einige kritische Bemerkungen: Im Kapitel Thermodynamik wird im Unterschied zum "thermodynamischen" das "thermische Gleichgewicht" nicht eingeführt; ich vermisse auch einen Hinweis auf die "rationale Thermodynamik" (Truesdell, Noll u.a.). Zur genaueren Kennzeichnung der in der Boltzmann-Gleichung vorausgesetzten Stoß dynamik wäre die Angabe der Beziehung zwischen Streuquerschnitt und Stoßwahrscheinlichkeit w hilfreich. Das Glansdorff-Prigogine-Prinzip ist im nichtlinearen Fall fragwürdig. Viele der im Kapitel über dynamische Systeme eingeführten Begriffe werden im Rahmen der (Lyapunov-) Stabilitätstheorie durchsichtiger, auch das "deterministische Chaos", dessen hier gegebene Definition wenig tragfähig ist; besser erscheinen mir die Definitionen von Devaney oder Li und Yorke, wobei ein Kommentar zur physikalischen Relevanz dieses Begriffs hinsichtlich des Prinzips der reproduzierbaren Mess barkeit von Observablen angebracht wäre. Das Literaturverzeichnis ist ergänzungsbedürftig.

Insgesamt bietet das Werk durch seine gut aufbereitete Informationsfülle eine nützliche, pädagogisch durchdachte Orientierungshilfe für ein weit verzweigtes, interessantes Gebiet der Physik.
Prof. Dr. Wolfgang Maaß, Fachbereich Physik, Universität Marburg

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