Ronja Gronemeyer • 2/2026 • Seite 34 • DPG-Mitglieder„Die Zukunft findet hier statt.“
Interview mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer, der hofft, zum Mond fliegen zu dürfen.
Der Materialwissenschaftler Matthias Maurer verpasste nur knapp einen Platz in der ESA-Klasse 2009, der unter anderem Alexander Gerst angehört, und ging stattdessen als Crew Support Engineer zur ESA. Zum Astronauten wurde er 2015 ausgebildet und flog 2021 in der Mission „Cosmic Kiss“ zur Internationalen Raumstation ISS. Heute leitet er die LUNA Analog Facility in Köln. Das Trainingszentrum wird von der ESA und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betrieben.
Was reizt Sie daran, zum Mond zu fliegen?
Die Frage, was es dort oben zu entdecken gibt. Wie es wohl ist, über den Mond zu laufen. Als ich das erste Mal ins All geflogen bin, wusste ich rational, was mich erwartet. Aber erst, wenn man dort ist, begreift man es im Herzen.
Was ist das Interesse der Wissenschaft?
Der Mond verrät uns viel darüber, wie das Sonnensystem entstanden ist. Wenn wir dort Radioteleskope errichten, können diese weiter in die Vergangenheit blicken als das James-Webb-Teleskop. Zudem lernen wir dort für Langstreckenmissionen: Der Mond ist ein Sprungbrett zum Mars.
Wieso das?
Bestenfalls lassen sich mit Wassereis auf dem Mond Sauerstoff und Treibstoff gewinnen. Wer weiß, wohin die Menschheit damit in tausend Jahren fliegt? In meinen Träumen gibt es dafür keine Begrenzung.
Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, selbst zum Mond fliegen zu dürfen?
Die stehen bei 50 Prozent. Europa bekommt für seinen Beitrag zum Artemis-Programm drei Mitfluggelegenheiten zum Lunar Gateway der NASA. Die erste erhält Deutschland. Die Entscheidung muss in den nächsten drei Jahren fallen, denn die Mission soll vor 2030 starten und erfordert zwei Jahre Training. (...)
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Ronja Gronemeyer • 2/2026 • Seite 33 • DPG-MitgliederAuf zum Mond
Im Rahmen des Artemis-Programms sollen wieder Menschen auf dem Erdtrabanten landen.
Am 14. Dezember 1972 verließ Eugene „Gene“ Cernan, Kommandant der Apollo 17-Mission, als vorläufig letzter Mensch den Mond. Ein Dutzend Astronauten hatten ihn bis dahin betreten. Mehr als 50 Jahre später soll das Artemis-Programm wieder Menschen auf den Mond bringen.
Das neue Mondprogramm der NASA steht in den Startlöchern und soll nicht nur bemannte Landemissionen beinhalten, sondern auf lange Sicht eine permanente Station auf dem Mond ermöglichen, um dort zu forschen, Astronomie zu betreiben und als Sprungbrett zum Mars zu dienen.
Die unbemannte Mondumrundung mit Artemis I endete erfolgreich am 11. Dezember 2022 nach 25 Tagen, zehn Stunden und 53 Minuten. Mit Artemis II sollen erstmals wieder Menschen den Mond umrunden, nach aktuellem NASA-Zeitplan im April 2026. Die Besatzung steht seit knapp einem Jahr fest: Kommandant Reid Wiseman und Pilot Victor Glover kommen beide von der US Navy und sind Ingenieure. Auch Missionsspezialistin Christina Koch ist Ingenieurin, nur ihr kanadisches Pendant, Jeremy Hansen, hat einen naturwissenschaftlichen Abschluss in Space Science. Das Team soll zehn Tage lang Hard- und Software testen, die erforderlich ist, damit zukünftig Menschen den Mond erkunden können. Der Artemis II-Testflug wird die erste NASA-Mission mit Besatzung an Bord der Space-Launch-System-Rakete (SLS) und des Orion-Raumschiffs mit dem European Service Module (ESM) sein. (...)
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Alexander Pawlak • 7/2019 • Seite 26„Apollo hat unseren Blick auf das Sonnensystem massiv verändert.“
Interview mit dem Planetologen Ralf Jaumann zur Mondforschung vor und nach Apollo 11
Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Mit Apollo 11 hatten die USA die Sowjetunion in der Raumfahrt überflügelt. Doch das Ende des Wettrennens im Weltraum markiert gleichzeitig eine neue Ära der Erforschung des Mondes und des Sonnensystems.
Welche Erinnerung haben Sie an die erste Mondlandung?
Damals war ich 15 und auf einem Internat. Die Live-Übertragung durften wir nicht sehen. Doch unser Direktor hat die Bedeutung des Ereignisses erkannt und gab uns schulfrei, damit wir am nächsten Morgen die Wiederholung sehen konnten.
Hat das Ihre akademische Laufbahn beeinflusst?
Für mich war vorher schon klar, dass ich etwas Naturwissenschaftliches machen wollte. Die Mondlandung passte zwar gut dazu, war aber letztlich nicht ausschlaggebend dafür, dass ich in der Planetenforschung gelandet bin.
Wie ergab sich das?
Nach meinem Geologiestudium sah es jobmäßig nicht so gut aus. Da ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, mein Leben auf einer Bohrinsel zu verbringen oder nach Metallen zu schürfen, habe ich eine Promotionsstelle gesucht. Die gab mir die Gelegenheit, mich mit dem Mond zu beschäftigen und ihn ausgiebig von Hawaii aus mit dem Teleskop zu beobachten...
weiterlesenAlexander Pawlak • 11/2024 • Seite 16 • DPG-Mitglieder
Der Mond auf Erden
Alexander Pawlak • 9/2024 • Seite 8 • DPG-MitgliederZurück von der Rückseite des Mondes
China bringt mit Chang’e 6 erstmals Gesteinsproben von der erdabgewandten Seite des Mondes auf die Erde.
Alexander Pawlak • 4/2024 • Seite 12 • DPG-MitgliederWeich, aber schräg
Einer kommerziellen Mission gelang die erste weiche Landung am Südpol des Mondes.
Alexander Pawlak • 3/2024 • Seite 12 • DPG-Mitglieder
Kopflandung auf dem Mond
Alexander Pawlak • 2/2024 • Seite 6 • DPG-MitgliederMondmissionen geerdet
Die NASA verschiebt ihren Zeitplan für die bemannten Missionen zum Mond.
Alexander Pawlak • 10/2023 • Seite 6 • DPG-MitgliederHarte und weiche Landungen
Die Raumfahrt zum Mond erlebt eine Renaissance. Indien ist die vierte Nation,
der eine weiche Landung auf dem Mond gelungen ist.
Anja Hauck • 6/2023 • Seite 12 • DPG-MitgliederMondlandung fehlgeschlagen
Der japanische Mondlander Hakuto-R ist auf dem Mond abgestürzt.
Alexander Pawlak • 1/2023 • Seite 6 • DPG-Mitglieder
Erfolgreich ins Wasser gefallen
Alexander Pawlak • 1/2021 • Seite 13 • DPG-MitgliederChinas Stück vom Mond
Mit der Chang’e 5-Mission bringt China Mondgestein zur Erde.
Alexander Pawlak • 12/2020 • Seite 14 • DPG-MitgliederFenster zum Mond
ESA und NASA vereinbaren eine erweiterte Zusammenarbeit für den geplanten bemannten Außenposten in einer Mondumlaufbahn.
Alexander Pawlak • 6/2020 • Seite 10 • DPG-Mitglieder
Bis zum Mond … und noch viel weiter
Alexander Pawlak • 2/2020 • Seite 48Vom Weltraum zum New Space
Die 44. Tagung „Forschung – Entwicklung – Innovation“ befasste sich mit Nutzen und technologischem Potenzial der Raumfahrt.
Alexander Pawlak • 9/2019 • Seite 14
Indiens Mondlandung
Alexander Pawlak • 7/2019 • Seite 62Schwerpunkt: 50 Jahre Mondlandung
James Donovan: Apollo 11 / Eugen Reichl und Dietmar Röttler: Mondwärts / Ben Moore: Mond. Eine Biografie / Mark Holborn: Sun and Moon
Kai Wünnemann • 11/2018 • Seite 26Strahlenkrater im Labor
Erstmals ließen sich die charakteristischen Merkmale von Strahlenkratern experimentell reproduzieren.
Jürgen Müller, Liliane Biskupek, Franz Hofmann und Enrico Mai • 7/2015 • Seite 35Lasermaßstab bis zum Mond
Laufzeitmessungen erlauben es, das Erde-Mond-System zu vermessen
und Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie zu testen.
Bei der ersten bemannten Mondmission Apollo 11 hatten Neil Armstrong und Buzz Aldrin auch einen Retro-Reflektor im Gepäck, den sie im Juli 1969 auf der Mondoberfläche absetzten. Damit begann ein neues Zeitalter bei der Erforschung der Erde-Mond-Dynamik und für hochgenaue Tests von Einsteins Relativitätstheorie. Die Reflektoren dreier Apollo- sowie zweier unbemannter sowjetischer Mondmissionen bilden ein immer noch funktionierendes Netzwerk für Laufzeitmessungen mit Laserpulsen von der Erde.
Das Prinzip klingt einfach: Man schickt einen Laserstrahl von der Erde zu einem Reflektor auf dem Mond und bestimmt anhand der gemessenen Laufzeit die Entfernung zum Erdtrabanten. In der Praxis ist dieses so genannte Lunar Laser Ranging (LLR) allerdings eine sehr anspruchsvolle Methode, deren Messgenauigkeit sich von 1969 bis heute vom Meter- zum Millimeter-Bereich hin verbessert hat. LLR ist das geodätische Weltraumverfahren mit der längsten Datenreihe. Die Auswertung der gesammelten Messdaten ermöglicht es, Bahn und Orientierung des Mondes gegenüber früheren astronomischen bzw. astrometrischen Beobachtungen signifikant besser zu bestimmen. Dank der langen Datenreihe, des großen Abstands von im Mittel 384 000 Kilometer und den involvierten bewegten großen Massen stellt das Erde-Mond-System außerdem ein natürliches Labor dar, um die Einsteinsche Relativitätstheorie zu überprüfen.
Die Allgemeine Relativitätstheorie (ART), mit der Albert Einstein vor hundert Jahren das physikalische Verständnis von Raum und Zeit auf eine völlig neue Basis gestellt hat, bildet die Grundlage für die Datenauswertung aller geodätischer Weltraumverfahren [1], zu denen neben LLR weitere Methoden gehören: Bei der Interferometrie mit langen Basislinien (Very Long Baseline Interferometry, VLBI) empfangen mehrere Teleskope auf der Erde die Signale ferner Radioquellen. Durch die Auswertung von Zeitdifferenzen lassen sich einerseits Parameter der Erdorientierung und Stationskoordinaten im globalen terrestrischen Referenzsystem mit Millimeter-Genauigkeit bestimmen und andererseits die Positionen der Radioquellen als raumfeste Referenz. Die Auswertung der Signale von globalen Navigationssatelliten-Systemen (GNSS), von denen GPS am bekanntesten ist, basiert auf einem Phasendifferenzmessverfahren. Aus der Analyse der Daten lassen sich auch Erdrotationsgrößen, wie Polbewegung und Tageslängenschwankungen, ableiten. Beim „Satellite Laser Ranging“ (SLR) misst man die Laufzeiten von Laserpulsen zu den Satelliten und zurück millimetergenau, um daraus Satellitenbahnen sowie Stationskoordinaten, Erdrotationsgrößen und Schwerefeldparameter zu bestimmen...
weiterlesenAlexander Pawlak • 9/2014 • Seite 10
Napoleons Fernrohr und Neil Armstrongs Kamera
Harald Hiesinger • 12/2009 • Seite 20Unter Staub begraben?
Messungen dreier Raumsonden deuten darauf hin, dass sich Wasser auch auf dem Mond findet.
Alexander Pawlak • 9/2009 • Seite 8
Den Mond zu voll genommen?
Urs Mall und Harry Hiesinger • 10/2005 • Seite 64
Lunar Exploration - the Next Decade352. WEH-Seminar