Mond und Mars: DLR baut neues Kontrollzentrum
DLR erhält Fördermittel für das Human Exploration Control Center HECC am Standort Oberpfaffenhofen.
Für die astronautische Raumfahrt entsteht in Oberpfaffenhofen ein neues Kontrollzentrum: das Human Exploration Control Center, HECC. Künftig sollen hier astronautische wie auch robotische Missionen zu Mond und Mars betrieben werden. In Kooperationen mit europäischen Partnern wird das Kontrollzentrum auch wesentlich dazu beitragen, die nationale und europäische Eigenständigkeit in der Raumfahrt zu sichern. Der Freistaat Bayern fördert die Baumaßnahmen mit 58 Millionen Euro, das DLR investiert zusätzlich 20 Millionen aus der institutionellen Grundförderung von Bund und Ländern. Mit langfristiger Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation ESA soll das HECC als europäisches Kontrollzentrum für astronautische und robotische Exploration aufgebaut werden.



Heute überreichte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder den Fördermittelbescheid für den Bau des neuen Kontrollzentrums an das DLR am Standort in Oberpfaffenhofen – empfangen durch die DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla, DLR-Bereichsvorständin Raumfahrt Anke Pagels-Kerp und Direktor der DLR-Einrichtung Raumflugbetrieb und Astronautentraining Felix Huber. Das Human Exploration Control Center wird am DLR-Standort Oberpfaffenhofen als Teil des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums (GSOC) aufgebaut. Es basiert auf dem erfolgreichen Betrieb des Columbus-
So wird das HECC insbesondere den Betrieb der Gateway Lunar Space Station auf europäischer Seite unterstützen. Dazu erarbeitet das GSOC bereits Betriebsprozeduren für das International Habitation Module I-HAB, eine zentrale Einheit des Gateways. Das HECC wird die operationelle Verantwortung von insgesamt drei Modulen übernehmen. Dazu gehört neben I-HAB das Kommunikationssystem zur Mondoberfläche HLCS sowie das Antriebsmodul ESPRIT. Das Gateway soll im Laufe dieses Jahrzehnts errichtet werden und – als der nächste Außenposten der Menschheit im Weltraum – um den Mond kreisen. Mit der Rückkehr zum Mond zielt das Artemis-Programm auch darauf ab, zukünftige astronautische Marsmissionen vorzubereiten.
Langfristig wird das HECC somit auch für astronautische Missionen zuständig sein, die über das Erde-Mond-System hinausgehen. Bei Missionen zum Mars etwa beträgt die Signallaufzeit bis zu vierzig Minuten zur Erde, sodass ein Betrieb auf herkömmlicher Art in Echtzeit nicht möglich ist. Dazu entwickelt das GSOC am DLR bereits KI-basierte Lösungen wie das Assistenzsystem Mars Exploration Telemetry-driven Information System METIS, das künftig den autonomen oder teil-autonomen Betrieb eines Raumfahrzeugs ermöglichen soll.
Mit dauerhafter Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation ESA soll das HECC als europäisches Kontrollzentrum für astronautische und robotische Exploration dienen. Der Baubeginn ist für 2028 geplant, der Betrieb soll 2030 starten. [DLR / dre]
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