02.10.2019

Aachen erhält Kompetenzzentrum für Optikproduktion

Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu neuem Photonik-Standort in Nordrhein-Westfalen vernetzt.

Mit einem Kompetenzzentrum in Aachen vernetzt das Fraunhofer-Institut für Produktions­technologie jetzt Unternehmen und Forschungs­einrichtungen zu einem neuen Photonik-Standort in Nordrhein-Westfalen. Im „Aachen Center for Optics Production“, kurz ACOP, bündeln die Forscher ihre Kompetenzen mit der regionalen optischen Industrie, um gemeinsam eine digitale, vernetzte Infra­struktur für die Optik­produktion zu schaffen. Elf Unternehmen haben sich bereit erklärt, das Center bei seiner Arbeit zu unter­stützen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Zusammen­arbeit mit einem Betrag von 2,8 Millionen Euro über einen Zeitraum von zunächst drei Jahren.

Abb.: Am Fraunhofer-IPT gefertigt Kunststoffoptiken. (Bild: Fh.-IPT)
Abb.: Am Fraunhofer-IPT gefertigt Kunststoffoptiken. (Bild: Fh.-IPT)

Aachen hat als Zentrum für die für die Herstellung hoch­präziser optischer Bauteile und Systeme eine lang­jährige Tradition. Die Forscher des Fraunhofer-IPT haben sich deshalb das Ziel gesetzt, mit ihren Partnern in den Unter­nehmen eine gemeinsame digital und physisch vernetzte Forschungs­infrastruktur aufzubauen, um unter­schiedliche Fertigungs­prozesse und -prozess­ketten zu unter­suchen.

Ein vorrangiges Ziel des ACOP ist es, die Digitalisierung und Vernetzung von Prozessen zur Fertigung hoch­präziser optischer Komponenten zu fördern. Dabei nehmen die Forscher sowohl die Herstellungs­prozesse von Bauteilen aus Glas und Kunststoff als auch die einge­setzten Technologien genau unter die Lupe. Indem sie die einzelnen Schritte der Prozess­kette – von der Simulation über die Replikation und Montage der Optiken bis zur Qualitäts­prüfung durch hoch­präzise Messtechnik – digital miteinander verknüpfen, können sie Rückschlüsse auf Verbesserungen ziehen. Auf diese Weise kann die Fertigung schneller und kosten­günstiger gestaltet werden.

Geeignete IT-Technologien, Datenstrukturen und Schnitt­stellen sollen dazu beitragen, Informationen prozess­über­greifend zu nutzen, das Prozess­verständnis zu verbessern und dadurch langwierige Iterationen und Fehler zu reduzieren. Die Forscher setzen dafür auf Entwicklungen der Industrie 4.0 wie den Digitalen Zwilling, Methoden der Data Analytics und cloud­basierte Dienste, die bisher in der optischen Industrie noch wenig zur Anwendung kommen.

Während des Aufbaus des neuen Optikzentrums arbeitet das Fraunhofer-IPT mit elf Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zusammen. Das Konsortium ist breit aufgestellt: Branchen von Automotive bis zur Medizin­technik sind vertreten. Das Konsortium stehe weiteren interes­sierten Unter­nehmen offen, so Tobias Müller vom Fraunhofer-IPT, der den Aufbau des ACOP organsiert und steuert. Das ACOP wird aufgebaut im Rahmen des Projekts EverPro, das aus Mitteln des Europä­ischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird.

Fh.-IPT / RK

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