13.11.2014

Bildverarbeitung als Herausforderung für die Forschung

Kompetenzzentrum der RWTH will Aktivitäten im Bereich biomedizinische Bildverarbeitung ausbauen.

Da muss ich mir erst ein Bild von machen – eine Redewendung, mit der sich Patienten häufig in der ärztlichen Praxis konfrontiert sehen. Sie warten dann meist mit Anspannung auf die Ergebnisse von Röntgen-, Ultraschall- oder Computertomografie-Untersuchungen, die über Diagnose und Therapie entscheiden. Bildgebung spielt aber nicht nur in der Medizin eine bedeutende Rolle, sondern auch in vielen anderen Bereichen wie Produktion, Materialwissenschaft, Qualitäts- und Prozesskontrolle.

Abb.: Der RWTH-Lehrstuhl für Bildverarbeitung entwickelte Erkennungsverfahren, um automatisch tumorverdächtige Zellkerne mit kleinsten morphologischen Veränderungen in digitale Aufnahmen zu identifizieren. (Bild: P. Winandy, RWTH)

Die RWTH Aachen eröffnete jetzt ein neues Kompetenzzentrum für biomedizinische Bildverarbeitung mit dem Namen ACTIVE. Das Kürzel steht für Aachen Center for Biomedical Image Analysis, Visualization and Exploration. Professorin Dorit Merhof brachte die Bewilligung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die das Zentrum mit mehr als 500.000 Euro fördert, bei ihrer Berufung mit nach Aachen. Die RWTH gibt eine weitere Stellenausstattung dazu.

Das Zentrum ist an Merhofs Lehrstuhl für Bildverarbeitung angesiedelt, die Ingenieurin baute bereits an der Uni Konstanz ein äquivalentes Zentrum auf. Auch in Aachen will sie Methoden zur automatisierten, effizienten Analyse, Klassifikation und Visualisierung biomedizinischer Bilddaten sowie zur Verarbeitung großer Datenmengen entwickeln, Stichwort: „Big Data“ .

Dies soll zugleich die Aktivitäten im Bereich der biomedizinischen Bildverarbeitung und Datenanalyse in Aachen bündeln und ausbauen. Moderne Bildgebungsverfahren ziehen einen direkten Bedarf an dedizierten, professionellen Verarbeitungsverfahren nach sich, woraus sich generell ein stark anwachsender Bedarf an professioneller biomedizinischer Bildverarbeitung und Datenanalyse ergibt. Zudem ist die Analyse innovativer Bilddaten ein herausforderndes Forschungsumfeld für technische Disziplinen wie Elektrotechnik, Informatik, Mathematik, so dass diese Schnittstelle ein hohes Potential für innovative, interdisziplinäre Forschung bietet.

Anlässlich der Eröffnung von ACTIVE fand ein Workshop zur Bildverarbeitung an der RWTH statt, um eine gemeinsame Forschungsstrategie hochschulweit auszuloten. Hierbei wurden der Profilbereich Medical Science and Technology von Professor Jörg Schulz vertreten, das Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik von Professor Fabian Kiessling, das Integrierte Interdisziplinäre Institut für Medizintechnik von Professor Thomas Schmitz-Rode, JARA-Brain durch Dr. Volker Backes, das Visual Computing Institute durch Professor Torsten Kuhlen, das Interdisciplinary Imaging & Vision Institute Aachen durch Professor Robert Schmitt und ACTIVE als neues Zentrum durch Dorit Merhof.

RWTH / OD

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Elektrotechnik, Informationstechnik, Mathematik, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Organisatorisches
Deutsch

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