11.12.2025 • QuantenphysikMetrologie

Deutsch-britischer Quantentunnel

Während des Staatsbesuchs von Bundespräsident Steinmeier unterzeichneten die nationalen Metrologie-Institute beider Länder eine Kooperationsvereinbarung.

Der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten seit 27 Jahren verdeutlicht die enorm gewach­sene Bedeutung der deutsch-britischen Zusammen­arbeit. Gleich­zeitig haben die natio­nalen Metrologie-Institute beider Länder ihre Zusammen­arbeit auf einem der wichtigsten Zukunfts­felder in For­schung und Techno­logie ver­stärkt: der Quanten­techno­logie. Die Präsidentin der Physi­kalisch-Tech­nischen Bundes­anstalt (PTB), Cornelia Denz, und der CEO des National Physical Labora­tory (NPL), Peter Thompson, unter­zeich­neten in der ersten Dezember­woche ein Memo­randum of Under­stan­ding für eine noch engere For­schungs­zusam­men­arbeit auf dem boomen­den Gebiet der Quanten­techno­logie. Die Metro­logie spiele hier eine ent­schei­dende Rolle, betonte Denz: „Nur wenn wir als ‚like-minded countries‘ uns einig darüber sind, wie wir hier messen, kann Europa seine großen Stärken in der Quanten­techno­logie wirk­lich aus­spielen.“

Die Q-Themen boomen: Quanten­computer, Quanten­kommuni­kation und Quanten­sensorik sind kurz davor, im normalen Alltag der Menschen anzu­kommen. Die Quanten­industrie wird eine bedeutende Rolle spielen. Wann und wie gut die Techno­logie dort ankommt und – vor allem – ob Europa dabei ganz vorne mit­spielen kann, wird auch davon abhängen, wie sich die europä­ischen Länder in den heutigen politi­schen Zeiten sortieren. So hat sich das Vereinigte Königreich in vielen Berei­chen wieder stärker der EU zugewandt. Das gilt auch für die Metro­logie, die Wissen­schaft vom genauen und verläss­lichen Messen. Bei­spiels­weise sind die Briten seit diesem Jahr wieder in der Europä­ischen Partner­schaft für Metro­logie als Mitglied aktiv.

Mit dem neuen Abkommen demonstrieren Deutsch­land und das Verei­nigte König­reich ein weiteres Mal ihre Nähe. „Die ist auf unserem Gebiet tradi­tio­nell gut. Wir arbeiten schon seit langer Zeit sehr eng und erfolg­reich mit dem NPL zusammen“, erläutert die PTB-Präsi­dentin. „Dass wir dies mit dem Memo­randum of Under­standing speziell zur Quanten­techno­logie noch einmal beson­ders hervor­heben, ist auch eine poli­tische Aus­sage: Wir betrachten uns als starke Partner­institu­tionen, um gemein­sam die Quanten­techno­logie in Europa voranzu­bringen.“

Konkret vereinbaren die beiden nationalen Metro­logie-Institute eine noch engere Zusammen­arbeit bei der Forschung und Techno­logie­entwick­lung: etwa Labor­aufent­halte von For­schenden, Ver­gleichs­messungen auf den jeweiligen Prüf­ständen, gemeinsame Symposien und Konfe­renzen und die vertiefte Zusam­men­arbeit in gemein­samen Pro­jekten im Bereich Stan­dardi­sierung.

Nicolas Spethmann, der Leiter des Quanten­technologie-Kompetenz­zentrums der PTB, sagt: „Gerade die Stan­dardi­sierung ist ein hoch­aktu­elles Thema in der Quanten­technologie kurz vor ihrer breiten Einführung in indus­tri­elle Anwen­dungen. Dafür sind klare metro­logische Rahmen­bedingungen unabdingbar. Wir müssen stets genau wissen, was wir messen und ob unsere Mes­sungen ver­gleich­bar sind. Nur so können wir die großen Poten­ziale der Quanten­techno­logie nutzen. In dem Sinne ergänzt das neue Abkommen perfekt die vor Kurzem beschlos­sene NMI-Q-Initiative, in der alle G7-Staaten plus Aus­tra­lien an einheit­lichen Standards für Quanten­techno­logien arbeiten.“ [PTB / dre]

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