27.02.2012

Diamantene Defekte

Der Physiker Prof. Dr. Jörg Wrachtrup erhält heute den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2012.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Ziel des Leibniz-Programms ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu erleichtern. Der Preis ist mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert. Dieses Jahr zeichnet die DFG zwei Wissenschaftlerinnen und neun Wissenschaftler mit diesem Preis aus - u. a. den Physiker Jörg Wrachtrup.

Jörg Wrachtrup hat ein völlig neuartiges und sehr erfolgreiches Forschungsgebiet an der Schnittstelle zwischen Festkörperphysik und Quantenoptik erschlossen. Den Grundstock hierzu legte er mit seinen wegweisenden Arbeiten zur Detektion einzelner Spins in Festkörpern. Als Meilenstein gilt vor allem die Detektion einzelner paramagnetischer Stickstoff-Fehlstellen in Diamant, den sog. NV-Zentren, die außergewöhnlich fotostabil sind. Wrachtrup erkannte als erster Wissenschaftler die Bedeutung von NV-Zentren für die Quanteninformationstechnologie und die Messtechnik. Das damit von ihm wesentlich begründete Forschungsfeld strahlt weit über die Festkörperphysik und die Quantenoptik hinaus bis in die Material- und Lebenswissenschaften hinein. So diente die hohe Fotostabilität der NV-Zentren dazu, die Auflösung der Fluoreszenz-Mikroskopie zu maximieren. Zudem haben NV-Zentren es ermöglicht, fluoreszierende Nanodiamanten zu entwickeln, um Biomoleküle zu markieren. Ausgehend von Wrachtrups Arbeiten ließen sich schließlich diamantbasierte Einzelphotonenquellen und eine neue Klasse diamantbasierter Magnetsensoren herstellen.

Prof. Dr. Jörg Wrachtrup von der Universität Stuttgart ist einer der Leibniz-Preisträger 2012.

Seit 2000 ist Jörg Wrachtrup Direktor des 3. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart, an die er nach Studium und Promotion an der Freien Universität Berlin, einem Forschungsaufenthalt am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Bordeaux und anschließender fünfjähriger Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz kam. Für seine Forschungen wurde Wrachtrup national und international bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. ist er Max Planck-Fellow und erhielt in diesem Jahr einen Advanced Grant des European Research Council (ERC).

Ab 15 Uhr überträgt die DFG die Preisverleihung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin per Live-Stream. Der Mitschnitt wird im Anschluss zur Dokumentation bereitgestellt.

DFG / MP

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