06.05.2026 • Teilchenphysik

Die Struktur der Hadronen entschlüsseln

For­schungs­team er­probt eine erst kürz­lich vor­ge­schla­ge­ne Me­tho­de zur Be­rech­nung von Quarks im In­nern von Ha­dro­nen und be­stä­tigt de­ren Vor­her­sa­gen.

Mit einem neuen Ansatz zur Untersuchung und Voraussage der inneren Struktur von subatomaren Teilchen, den Hadronen, kann nun eine bislang unerreichte Detailgenauigkeit erlangt werden. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für die Erforschung der Struktur von Hadronen. Zu diesem Ergebnis kommen Andrea Shindler, der diese neuartige Methode zuerst vorgeschlagen hatte, und seine Kolleginnen und Kollegen vom Institut für Theoretische Teilchenphysik und Kosmologie an der RWTH in Zusammenarbeit mit internationalen Forschenden.

Reconstructed pion valence PDF compared to phenomenological extractions from JAM, xFitter, and FANTO
Pion Valenz-PDF im Vergleich zu bisherigen Methoden
Quelle: Francis et al., PRL 2026; CC BY 4.0

Ein zentrales Ziel der modernen Kern- und Teilchenphysik ist es, zu verstehen, wie die starke Kraft die uns umgebende Materie hervorbringt. Dazu muss geklärt werden, wie sich Quarks innerhalb der Hadronen verteilen. Bislang wurde die Erreichung dieses seit langem angestrebten Ziels jedoch durch zwei wesentliche Faktoren erschwert: zum einen durch technische Limitationen, zum anderen durch Herausforderungen, die sich aus Quantenfluktuationen ergeben, also vorübergehenden, zufälligen Schwankungen auf sehr kleiner, subatomarer Ebene.

Shindler und seine Kolleginnen und Kollegen nehmen Pionen als Maßstab, wenden die kürzlich vorgeschlagene Methode an, die auf einem „Gradient Flow“ basiert, und erschließen damit einen Detaillierungsgrad, der bisher außer Reichweite lag. Diese Methode glättet Quantenfluktuationen und umgeht die technischen Limitationen, die frühere Berechnungen eingeschränkt haben. Dadurch wird ein direkter Zugang zu detaillierten Merkmalen der Hadronenstruktur ermöglicht.

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Mithilfe groß angelegter Supercomputersimulationen der Theorie der starken Kernkraft am Jülich Supercomputing Centre des Forschungszentrums Jülich können die Forschenden zeigen, dass ihre Ergebnisse mit experimentellen Messungen übereinstimmen und in einigen Fällen eine höhere Präzision erreichen. Dies belegt, dass zuvor unzugängliche Größen nun direkt auf Basis der fundamentalen Gesetze der Physik berechnet werden können, und so die Struktur der Hadronen in beispielloser Detailgenauigkeit abgebildet werden kann.

Der an Pionen demonstrierte Ansatz lässt sich auch auf Protonen und Neutronen übertragen und ermöglicht so hochpräzise Untersuchungen ihrer Struktur. Gleichzeitig können wesentliche Unsicherheitsfaktoren bei Experimenten am Large Hadron Collider und an künftigen Anlagen wie dem Electron-Ion Collider verringert werden. Der neue Forschungsansatz könnte so zu einem tieferen Verständnis eines der grundlegenden Naturgesetze beitragen. [RWTH / dre]

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