23.03.2026

Dritter Erweiterungsbau des Fraunhofer IOF eingeweiht

High­lights im Neu­bau sind eine An­la­ge zur Elek­tro­nen­strahl-Litho­gra­fie für die Her­stel­lung pho­to­ni­scher Kom­po­nen­ten so­wie eine Bo­den­sta­tion für die sa­tel­li­ten­ge­stütz­te Quan­ten­kom­mu­ni­ka­tion.

Im Labor für Quantenkommunikation demonstrierten Forschende den Gästen die Funktionsweise der optischen Bodenstation, die sich oberhalb des Labores befindet.
Quelle: Fraunhofer IOF


Mit einem Festakt hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF am 10. März seinen jüngsten Forschungsneubau eingeweiht. Neben Bundesministerin Dorothee Bär nahmen Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sowie weitere Gäste aus Politik, Wirtschaft und Industrie an den Feierlichkeiten teil. Auf einer Fläche von mehr als 2.000 Quadratmetern stehen dem Institut mit dem Neubau neue Labore sowie Reinräume und Büros in direkter Nachbarschaft zum Hauptgebäude zur Verfügung. Auf den zusätzlichen Labor- und Reinraumflächen werden relevante Zukunftsthemen aus der Hightech-Agenda vorangetrieben.

TSK/ Jacob Schroeter
v.l.n.r.: Walter Rosenthal, Andreas Tünnermann, Holger Hanselka, Dorothee Bär, Mario Voigt, und Christian Tischner bei der Einweihung des Forschungsneubaus des Fraunhofer IOF.
v.l.n.r.: Walter Rosenthal, Andreas Tünnermann, Holger Hanselka, Dorothee Bär, Mario Voigt, und Christian Tischner bei der Einweihung des Forschungsneubaus.

Die Elektronenstrahl-Lithografie ist ein Verfahren, um besonders feine Strukturen in der Größenordnung weniger Nanometer auf optischen Bauteilen herzustellen. Das Verfahren wird benötigt, um z.B. Hochleistungs-Chips für die Mikroelektronik, die KI oder das Quantencomputing zu fertigen. Ebenso können damit hochpräzise Messinstrumente für die Erdbeobachtung und Raumfahrt hergestellt werden. „Als Institut haben wir in der Vergangenheit missionskritische Beiträge zu internationalen Weltraumprogrammen wie GAIA und dem Sentinel-Programm der ESA sowie zum James-Webb-Weltraumteleskop geleistet. Hierfür war u.a. unsere besondere Expertise in der mikro- und nanostrukturierten Optik wichtig. Die neue Anlage mit weltweiten Alleinstellungsmerkmalen wird es uns ermöglichen, auch zukünftig die Wissenschaft zu exzellenter Forschung und die Wirtschaft zu Innovationen zu befähigen“, erklärt Andreas Tünnermann, Leiter des Fraunhofer IOF.

Photo
Die Gäste besichtigten die optische Bodenstation und das darin enthaltene Teleskop für Satellitenkommunikation aus nächster Nähe.
Quelle: TSK / Jacob Schroeter

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung des Neubaus nahmen Ministerpräsident Mario Voigt und Bundesministerin Dorothee Bär die neue Elektronenstrahl-Lithografie offiziell in Betrieb. Der Freistaat Thüringen unterstützt den Aufbau der Anlage mit 12 Millionen Euro.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für das Fraunhofer IOF markiert die neue optische Bodenstation. Platziert auf dem Dach des Neubaus erlaubt sie es den Forschenden fortan von Jena aus optisch mit Satelliten zu kommunizieren. Zur Anwendung kommt dies vor allem in der Forschung zur Quantenkommunikation.  

„Unsere optische Bodenstation ist die einzige ihrer Art in Mitteldeutschland. Sie hilft uns künftig dabei, die Erkenntnisse aus der Quantenkommunikation, die wir in Projekten wie der BMFTR-geförderten Initiative QuNET bisher mit Schwerpunkt auf erdgebundene Quantennetze gewonnen haben, nun auf das nächste Level zu bringen, nämlich in den Weltraum. Unsere Forschung zur satellitengestützten Quantenkommunikation trägt schon jetzt dazu bei, die Grundlage für ein globales Quantennetzwerk zu legen. Als Fraunhofer IOF wollen wir mit der neuen Bodenstation ein Knoten im weltweiten Kommunikationsnetz der Zukunft sowie ein Testzentrum für weiterführende Forschung auf diesem Gebiet werden“, ordnet Prof. Tünnermann ein.

Die Bauarbeiten am Forschungsneubau waren 2019 gestartet. Das Bauprojekt kostete insgesamt knapp 30 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von Bund und Land getragen wurden. Es handelt sich um den mittlerweile dritten Erweiterungsbau des Fraunhofer IOF.

TSK / Jacob Schröter Nach sechs Jahren Bauzeit wurde am 10. März 2026 der...
Nach sechs Jahren Bauzeit wurde am 10. März 2026 der mittlerweile ditte Erweiterungsbau des Fraunhofer IOF eingeweiht.
Quelle: TSK / Jacob Schröter

Gegründet im Jahr 1992 war das Fraunhofer IOF zunächst im Zentrum der Stadt Jena, im „Eulenhaus“ in der Schillerstraße, beheimatet. Aus Kapazitätsgründen zog das Institut 2002 in einen Neubau auf den Beutenberg Campus um. 2011 folgte dort der erste Erweiterungsbau. 2017 wurde das direkt in den Gebäudekomplex integrierte Fasertechnologiezentrum mit Faserziehturm eröffnet.

Bis heute erlebt das Forschungsinstitut ein stetiges Wachstum: Gestartet mit einst knapp sechzig Mitarbeitenden arbeiten dort heute rund 500 Menschen, 23 % davon mit internationalem Hintergrund, mit Leidenschaft daran, Licht als vielseitiges Werkzeug zugunsten von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie nutzbar zu machen. [FhIOF / dre]

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Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF

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07745 Jena
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