19.01.2006

Gedruckte Monitore

Physik Journal - Displays aus organischen Leuchtdioden lassen sich mit einem speziellen Tintenstrahldrucker fertigen.




Physik Journal - Displays aus organischen Leuchtdioden lassen sich mit einem speziellen Tintenstrahldrucker fertigen.

Die größten Flachbildschirme mit Flüssigkristallen oder Entladungsplasmen haben die Ein-Meter-Diagonale längst überschritten. Doch mit einem etwa 35-Zentimeter großen Monitor (14 Zoll) aus organischen Leuchtdioden (OLED) wachsen auch die Displays mit alternativen Techniken heran. Die Entwickler des britischen Unternehmens Cambridge Display Technology (CDT) stellten nun einen Prototyp vor, der mit einem ausgeklügelten Tintenstrahl-Druckverfahren hergestellt wurde.

Dieses 35 cm große Display aus organischen Leuchtdioden lässt sich mit einem Tintenstrahldrucker fertigen. (Quelle: CDT)

Aus 128 winzigen Düsen spritzten die CDT-Forscher auf eine etwa 14 Zoll große, leitfähige Unterlage aus amorphem Silizium bis zu 30 Millionen einzelne Polymer-Tropfen. Dieser Kunststoff besteht im Wesentlichen aus Polyphenylen-Vinylen, das sich je nach chemischer Nebengruppe mithilfe eines elektrischen Stroms zur Aussendung unterschiedlicher Wellenlängen im sichtbaren Spektralbereich anregen lässt. Insgesamt gelang es, etwa drei Millionen rote, grüne und blaue Pixel zu erzeugen, die dem Farbdisplay eine Auflösung von 1280 auf 768 Bildpunkten verliehen. Abgedeckt wird diese Pixelschicht mit einem transparenten Glasträger, der mit leitfähigem Indiumzinnoxid beschichtet wurde. Mit Spannungen von maximal fünf Volt versorgt, werden in der Polymerschicht Elektron-Loch-Paare erzeugt. Bei der erwünschten Rekombination entsteht je ein Photon mit der vom jeweiligen Polymer abhängigen Wellenlänge.

Bisher finden sich nur kleinere OLED-Displays in ersten elektronischen Geräten wie Digitalkameras oder Rasierapparaten. Die britischen Forscher konnten nun belegen, dass auch die Herstellung von größeren Formaten für Vollfarbmonitore möglich ist. Durch das Druckverfahren locken günstigere Produktionskosten im Vergleich zu der heutigen Flüssigkristalltechnik. Im Prinzip lassen sich diese organischen Leuchtdioden auch auf einer flexiblen Unterlage deponieren. Zudem lassen sich OLED-Displays stromsparender betreiben, da sie selbst aktiv Licht aussenden und keine Hintergrundbeleuchtung benötigen. Die Polymermoleküle gelten wegen ihrer schnellen Reaktionszeiten, die bis zu eintausendmal kürzer sind als bei Flüssigkristallen, als ausgesprochen videotauglich.

Jan Oliver Löfken

Quelle: Physik Journal, Januar 2006, S. 15

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