28.06.2010

Gesamter Mars war recht nass

Neue Messungen von Mars-Raumsonden stützen die These, dass der Rote Planet früher viel wärmer und feuchter was als heute.

Neue Messungen von Mars-Raumsonden stützen die These, dass der Rote Planet früher viel wärmer und feuchter was als heute.

Einst gab es auf dem gesamten Mars Wasser und damit gute Bedingungen zur Entstehung von Leben. Darauf deuten Mineralien in Marskratern hin, die von den Raumsonden Mars Express und Mars Reconnaissance Orbiter untersucht wurden. «Wir können jetzt sagen, dass der Planet vor mehr als vier Milliarden Jahren in globalem Ausmaße von flüssigem Wasser verändert wurde», erklärte der Wissenschaftler John Carter von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) am 25. Juni 2010.

Im südlichen Hochland des Roten Planeten hatten Raumsonden bereits früher Veränderungen von Felsmineralien durch Wasser ausgemacht. Jetzt seien entsprechende Hinweise auch auf der vom Flachland geprägten Nordhalbkugel entdeckt worden, erklärte die ESA. Dort erschweren kilometerdicke Lava- und Sedimentschichten die Suche. Die ESA-Sonde Mars Express konnte aber in mindestens neun Kratern, die von Asteroiden in diesen «Panzer» geschlagen wurden, Phyllosilikate (Schichtsilikate) nachweisen, die auf Wasser hindeuten.

Die Messungen stützen die These, dass der Planet früher viel wärmer und feuchter was als heute. Die für Leben günstige Periode dürfte aber nur Dutzende bis einige Hundert Millionen Jahre gedauert haben. Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass einst ein Ozean die nördlichen Lavaflächen bedeckt hat. Dafür fand die ESA- Sonde aber keinen Hinweis. Bei der Marserkundung arbeitet die ESA eng mit der amerikanischen Schwesterorganisation NASA zusammen.

dpa


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