14.02.2007

Kredite als Alternative?

Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat das Einfrieren der Bafög-Sätze für Studierende verteidigt.

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Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat das Einfrieren der Bafög-Sätze für Studierende verteidigt. «Wünschenswert ist eine Erhöhung allemal, aber sie ist jetzt nicht verkraftbar», sagte Schavan am Mittwoch im ZDF-»Morgenmagazin» mit Blick auf die geplante Haushaltskonsolidierung. Studenten hätten jedoch inzwischen andere Möglichkeiten, ihre Hochschulausbildung zu finanzieren - zum Beispiel mit Studienkrediten zu günstigen Konditionen. Die angehenden Akademiker seien nach wie vor besser gestellt als etwa Auszubildende, betonte Schavan.

Das Bundeskabinett will heute Schavans Novelle zur Bundesausbildungsförderung (Bafög) beschließen. Diese sieht für 2007 erneut keine höheren Sätze vor, dafür aber Verbesserungen beispielsweise für studentische Mütter. Der Bafög-Beirat der Bundesregierung hält angesichts der Preis- und Mietkostenentwicklung in den vergangenen fünf Jahren eine Erhöhung um 10,3 Prozent für nötig. Zuletzt war das Bafög 2001 angehoben worden.

Die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, Ulla Burchardt (SPD), forderte in der «Berliner Zeitung» für 2008 eine deutlich höhere staatliche Ausbildungsförderung. Burchardt sagte: «Es ist Konsens in der SPD, dass es 2008 dabei nicht mehr bleiben darf.» Ansonsten würden zu viele Jugendliche aus bedürftigen Familien nicht mit einem Studium beginnen. «Wir brauchen mehr Akademiker, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält mehr Geld für Studenten sofort für nötig. «Eine Bafög-Erhöhung ist lange überfällig», sagte der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne. Er verlange von der Bundesregierung eine Anpassung mindestens im Umfang der allgemeinen Teuerungsrate.

Gut 2,2 Milliarden Euro wendet der Staat derzeit pro Jahr für die Bafög-Förderung bedürftiger Studenten und Schüler auf. Zwei Drittel der Kosten zahlt der Bund, ein Drittel zahlen die Länder. Diese Summe müssen sich gut 500 000 Studenten und 350 000 Schüler teilen. Ein geförderter Student bekommt im Schnitt 372 Euro monatlich. Der maximale Fördersatz liegt seit 2002 unverändert bei 585 Euro.

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