22.02.2008

Künstliches Perlmutt

Ein Forscherteam von der ETH Zürich und der Harvard University (Cambridge) hat erstmals eine Art künstliches Perlmutt geschaffen.

Washington (dpa) - Ein Forscherteam hat erstmals eine Art künstliches Perlmutt geschaffen. Lorenz Bonderer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und Kollegen der Harvard University (Cambridge) entwickelten das extrem starke, dünne und zugleich flexible Material. Sie hatten Aluminium-Plättchen und einen biegsamen Kunststoff zu einer hauchdünnen Schicht zusammengefügt, heißt es im US-Fachjournal «Science».

Seit langem arbeiten Materialwissenschaftler daran, eine Art Perlmutt, das sowohl aus organischen als auch aus anorganischen Teilen besteht, nachzubauen. In der Natur kleidet der Perlen-Rohstoff unter anderem Muscheln aus. Aber auch in Knochen, Zähnen und einigen Insektenskeletten kommt er vor.

Bonderer und sein Team schafften es, die Biegsamkeit und Brüchigkeit des hauchdünnen Films zu kontrollieren, indem sie sorgfältig die Größe der Aluminium-Plättchen und der Schichten aufeinander abstimmten. Diese feinen und belastbaren Hybrid-Stoffe nach Bio-Vorbild könnten beispielsweise in der Raumfahrt-Technik zum Einsatz kommen, schreibt Cristine Ortiz vom Massachusetts Institute of Technology (Cambridge) in einem Begleitartikel.

Weitere Infos:

  • Originalartikel:
    Lorenz J. Bonderer, André R. Studart, Ludwig J. Gauckler, Bioinspired Design and Assembly of Platelet Reinforced Polymer Films, Science 319, 1069 (2008).
    http://dx.doi.org/10.1126/science.1148726

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