22.10.2026

Quantum Effects vermeldet Besucherzuwachs

Parall­elevents verbinden Techno­logien und Anwen­der­bran­chen – Bühnen­programm: vom Quanten­inter­net zum indus­triel­len Ein­satz.

Mit 3.200 Besucherinnen und Besuchern hat die Quantum Effects 2026 ihre Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Auch international legte die vierte Ausgabe der Fachmesse und Konferenz deutlich zu: Von 86 ausstellenden Unternehmen und Institutionen kamen 21 aus dem Ausland – ein deutliches Wachstum zum Vorjahr. 126 Referentinnen und Referenten brachten am 6. und 7. Oktober in Stuttgart Perspektiven aus Forschung, Industrie und Anwenderbranchen zusammen. Im Mittelpunkt standen konkrete Anwendungen von Quantentechnologien – von der Medizintechnik bis zum Zusammenspiel von Quantencomputing, Künstlicher Intelligenz und High Performance Computing.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Eröffnung der Quantum Effects 2026
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Eröffnung der Quantum Effects 2026
Quelle: Franziska Kraufmann / Messe Stuttgart

Wie nah der Transfer an konkreten Fragestellungen liegt, zeigte der Schwerpunkt Medizintechnik: Quantensensorik eröffnet neue Möglichkeiten, schwache Magnetfelder zu messen, Bildgebung und datenintensive Auswertungen gehören zu weiteren Anwendungsfeldern. Hosting Partner Bosch Quantum Sensing arbeitet an kompakten Sensoren, mit denen sich das natürliche Magnetfeld des Herzens kontaktlos erfassen lässt. Die Technologie steht beispielhaft für die Chancen einer präziseren Diagnostik – und für die Entwicklungsarbeit, die zwischen einer vielversprechenden Lösung und ihrem klinischen Einsatz noch liegt.

„In der Medizintechnik entscheidet nicht allein, wie empfindlich ein Sensor misst. Erst durch die Kombination aus Quantensensorik und KI-gestütz­ter Signalanalyse entsteht der wertvolle Erkenntnisgewinn, der für künftige Diagnoseverfahren relevant sein kann. Der Austausch mit potenziellen Anwendern hilft uns, solche Fragen früh mitzudenken“, sagt Dr. Katrin Kobe, CEO von Hosting Partner Bosch Quantum Sensing.

Das Partnerland Dänemark brachte sein Quantum-Öko­sys­tem in den Austausch mit dem Industriestandort Baden-Württemberg ein. Der dänische Auftritt und Beiträge zum Fachprogramm stellten insbesondere die Verbindung von Forschung, Start-ups und industrieller Anwendung in den Vordergrund. Die Partnerschaft unterstrich zugleich, wie wichtig grenzüberschreitende Zusammenarbeit für europäische Technologiestärke ist.

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Stefan Filipp und Gian Salis • 11/2023 • Seite 42

Mit Supraleitung und Spin

Ein programmatischer Höhepunkt war die Keynote „Towards a Quantum Internet made in Europe“ mit Prof. Dr. Stephanie Wehner von der Quantum Internet Alliance (QIA). Die Trägerin des Körber-Preises für die Europäische Wissenschaft 2025 zählt zu den prägenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Quantennetzwerke. Ihre Keynote und die anschließende Diskussion rückten die Perspektiven eines künftigen Quanteninternets in den Blick und ergänzten Fachbeiträge zu Anwendungen unter anderem in Medizin, Luft- und Raumfahrt sowie Materialforschung.

Die HPC Quantum AI Conference, organisiert vom Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS), beleuchtete hybride Hardware- und Softwareansätze, Benchmarking und industrielle Anwendungsfälle. Bei den Start-up Investment Pitches sowie im B2B- und Anwendermatchmaking standen Kontakte zwischen Technologieanbietern, Unternehmen und Investoren im Mittelpunkt.

Der Quantum Effects Award würdigte C12 und Thales, Fraunhofer FOKUS, QSENSATO und PicoQuant für anwendungsorientierte Innovationen in Quantencomputing, Sensorik und Kommunikation. Auch über das Fachprogramm hinaus setzte die Veranstaltung auf Vernetzung und Nachwuchs: Die Quantum Effects Academy und der Future Tech Talents Tag brachten Schülerinnen und Schüler, Studierende und junge Fachkräfte mit Forschung und Industrie zusammen. Mit mehr als 150 Teilnehmerinnen verzeichnete auch der Female FutureTech Summit eine starke Resonanz. Das zweitägige Format brachte Frauen aus Technologie, Wissenschaft und Industrie zusammen und setzte Impulse zu Karriere, Führung, Gründung und Vernetzung in Zukunftstechnologien. Zu den Eventpartnern zählte unter anderem das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Die zeitgleich stattfindenden Fachmessen VISION, EFX und Motek erweiterten den Blick über das Quan­tum-Öko­sys­tem hinaus: Industrielle Bildverarbeitung, Elektronikfertigung und Automation treffen auf Technologien, die für neue Sensoren, leistungsfähige Rechner und sichere Kommunikation relevant sind. Für Unternehmen im Quantenumfeld eröffnete sich damit der direkte Zugang zu potenziellen Anwendern und Fertigungspartnern; Fachbesucherinnen und Fachbesucher der Parallelmessen konnten Quantentechnologien im Kontext konkreter industrieller Fragestellungen einordnen. Formate wie „Elektronikfertigung meets Quantentechnologien“ und eine Guided Tour zwischen EFX und Quantum Effects machten diese Schnittstellen gezielt erlebbar. [LMStuttgart / dre]

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