20.03.2018

Vereinigte Forschung

Großbritannien wird offizielles Mitglied beim European XFEL.

Großbritannien ist zwölftes Partnerland bei European XFEL. Regierungs­vertreter des Vereinigten Königreichs, Deutschlands und der anderen European XFEL-Vertrags­parteien unterzeichneten im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der britischen Botschaft in Berlin die Beitrittsdokumente. Der Beitrag des Vereinigten Königreichs liegt bei 26 Millionen Euro, das entspricht rund zwei Prozent der Gesamt­baukosten der Anlage in Höhe von 1,22 Milliarden Euro (jeweils Preis­niveau 2005), sowie bei einem Beitrag von ebenfalls zwei Prozent zu den jährlichen Betriebs­kosten. Im European XFEL-Council, dem obersten Leitungs­organ der Forschungs­einrichtung, wird das Vereinigte Königreich durch den Science and Technology Facilities Council (STFC) vertreten sein.

Der Vorsitzende des European XFEL-Council Martin Meedom Nielsen erklärte in Berlin: „Die European XFEL-Mitglied­staaten freuen sich sehr über den offiziellen Beitritt des Vereinigten König­reichs. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich waren von Anfang an sehr aktiv an European XFEL beteiligt, und ihre Beiträge und ihr Know-how sind überaus geschätzt. Wir werden nun gemeinsam weiter daran arbeiten, die Position von European XFEL als weltweit führende Einrichtung für Forschung mit Röntgen­strahlen zu erhalten und auszubauen.“

Wissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich tragen bereits jetzt auf unterschiedliche Weise zu European XFEL bei. Die STFC Central Laser Facility am Rutherford Appleton Laboratory bei Oxford beispiels­weise baut derzeit einen Hoch­energie­laser für die Experimentier­station HED (High Energy Density) bei European XFEL. Der neue „DiPOLE-Laser“ wird Zustände erzeugen, wie sie im Inneren von Planeten herrschen, so dass diese sich mit den Röntgen­blitzen des European XFEL untersuchen lassen.

Ebenfalls bei STFC entwickelt wurde der erste bei European XFEL installierte hoch­entwickelte Detektor, der Large Pixel Detector LPD. Der LPD ist eine Hoch­technologie-Röntgen­kamera, die Bilder innerhalb von milliardstel Sekunden aufnehmen kann. Mitte 2017 wurde der Detektor an der FXE-Experimentier­station (Femto­second X-ray Experiments) bei European XFEL installiert.

„Die volle Mitgliedschaft bei European XFEL ermöglicht britischen Wissenschaftlern Forschungs­möglichkeiten auf atomarer, molekularer und Nano-Ebene, die bislang nicht zugänglich sind“, erklärte STFC-Geschäfts­führer Brian Bowsher. „Das ist ein sehr wichtiger Tag für die Wissenschaft im Vereinigten Königreich und STFC. Aufbauend auf die von STFC und anderen Forschungs­einrichtungen im Vereinigten Königreich bereits geleisteten Beiträge blicke ich mit Spannung auf die Entdeckungen der nächsten Jahre, die unsere britischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit dem European XFEL-Team machen werden.“

Das Vereinigte Königreich hat auch bei beim Serial Femto­second Crystallography Nutzer­konsortium (SFX-UC) eine führende Rolle inne. Das Konsortium stellt Instrumentierung bereit, die es den Nutzern ermöglicht, auf Basis von Nano­kristallen und einzelnen Partikeln mit Hilfe von Röntgenbeugung Aufnahmen von biologischen Makro­molekülen zu machen. Das neue XFEL-Forschungs­zentrum, das diese Aktivitäten koordiniert, ist an der Diamond Light Source in Oxfordshire angesiedelt. Das Zentrum wird Nutzer auch bei der Proben­vorbereitung vor den Experimenten unterstützen, die Daten­verarbeitung und -analyse vereinfachen und Trainings anbieten.

European XFEL-Geschäftsführer Robert Feidenhans’l sagt: „Internationale Zusammen­arbeit ist für die Wissenschaft und European XFEL unverzichtbar. Das Vereinigte Königreich hat bei der Gestaltung der Zukunft unserer Forschungs­einrichtung immer eine wichtige Rolle gespielt. Wir freuen uns sehr über den offiziellen Beitritt und die zukünftig noch engere Zusammen­arbeit.”

European XFEL / DE

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