20.07.2021 • IYPT / GYPT

Vizeweltmeister der Physik

Das deutsche Nationalteam holte beim ersten virtuellen Physik-Weltcup OYPT mit dem zweiten Platz eine Silbermedaille.

Das diesjährige International Young Physicists‘ Tournament (IYPT) endete zwar wie gewohnt – erneut konnte das Schülerteam aus Singapur sich gegen die anderen Teams durchsetzen. Doch erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs fand er online statt – als OYPT. Das deutsche Team darf sich nach beeindruckenden Wettkämpfen und einem sehr starken Finale über einen hervorragenden 2. Platz vor dem drittplatzierten Team aus Kanada freuen. Alle drei Finalteams erhielten Bestnoten von der Jury.

Die Aufgaben des IYPT lassen sich zwar in wenigen Worten formulieren, erfordern zur Beantwortung aber meist die Bearbeitung eines richtigen Forschungsprojekts. Dazu gehören das Studium der Fachliteratur, der Aufbau und die Durchführung eines Experiments und die theoretische Modellierung. Eines der diesjährigen Probleme war beispielsweise das Aufprall- und Sprungverhalten rotierender Objekte: Während ein Ball beim Aufprall mit dem Boden niemals über seine Ausgangshöhe zurückkehrt, kann ein rotierendes unrundes Objekt nach einem Aufprall an Sprunghöhe gewinnen. Denn unter gewissen Auftreffbedingungen kann sich ein Teil der Rotationsenergie in Bewegungsenergie umwandeln.

Ungewöhnlich ist auch das Reglement des Wettbewerbs: Jeweils drei der fünfköpfigen Teams treten gegeneinander mit unterschiedlichen Rollen an. Das „Reporter-Team“ präsentiert seine Lösung, das „Opponent-Team“ sucht darin nach Schwachstellen, und das „Reviewer-Team“ bewertet beide. Im Rahmen eines „Fights“, der drei Stunden dauert, nimmt jedes Team jede Rolle einmal ein und erhält dafür Punkte von einer Fachjury. Siegreich ist am Ende das Team, das nicht nur eine überzeugende Lösung präsentiert, sondern diese in einem rhetorischen Wettstreit auf Englisch überzeugend verteidigen kann.

Das deutsche Team bestand aus Silvius Perret, Adam Muderris, Kapitän Maxim...
Das deutsche Team bestand aus Silvius Perret, Adam Muderris, Kapitän Maxim Jonah Walther, Michael Ott, Tarek Becic sowie dem Maskottchen Horst. (Foto: DPG/Carstensen)

Das Besondere in diesem Jahr: Wegen der anhaltenden Pandemie-Lage wurde der Physik-Weltcup erstmalig für all die Länder, die nicht am Präsenzwettbewerb in Georgien teilnehmen konnten, virtuell durchgeführt. Polen, das als Sieger aus dem Präsenzwettbewerb hervorgegangen war, nahm auch am OYPT teil, konnte das Finale aber nicht erreichen. Das deutsche Team kämpfte sich vom Physikzentrum Bad Honnef aus in fünf Runden unter die besten drei Teams.

Das deutsche Nationalteam hatte sich nach Erfolgen bei regionalen Vorentscheiden und dem digitalen Bundeswettbewerb German Young Physicists‘ Tournament (GYPT) im März dieses Jahres formiert und bestand aus: Tarek Becic (16) vom Frankenwald-Gymnasium in Kronach, Adam Muderris (17) vom Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach, Michael Ott (17) vom Augustinus-Gymnasium in Weiden in der Oberpfalz, Silvius Perret (17) vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau sowie Maxim Jonah Walther (18) vom Schiller-Gymnasium in Hameln.

„Nachdem letztes Jahr der Physik-Weltcup leider ausgefallen war, konnten die besten Schüler Deutschlands ihr Können endlich wieder auf internationaler Bühne unter Beweis stellen. Trotz der pandemiebedingt schwierigen Umstände haben die deutschlandweiten GYPT-Standorte die Schüler hervorragend vorbereitet“, freut sich das Organisationsteam der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Universität Ulm und ergänzt: „Unser besonderer Dank gilt der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die seit Jahren den Wettbewerb finanziell unterstützt.“

DPG / Maike Pfalz

 

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