Physik Journal 5 / 2026

Cover

Diffraktive neuronale Netzwerke
Farbphänomene 
Neue DPG-Präsidentin
Quantenphysikerinnen

Neuronale Netzwerke dienen der Objekterkennung und müssen hier zwischen Hund und Wischmopp unterscheiden. (Bild-­Komposition: Adobe Stock – Robert Schneider (Landschaft), Jonathan (Wischmopp) und Ольга Тихомирова (Hund); vgl. S. 32)


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Grußwort

Physik gestalten – Verantwortung ­übernehmenHeike Riel • 5/2026 • Seite 3

Physik gestalten – Verantwortung ­übernehmen

Die DPG muss technologische Umbrüche aktiv mitgestalten.

Aktuell

Alexander Pawlak • 5/2026 • Seite 6 • DPG-Mitglieder

Rückkehr zum Mond

Nach etwas mehr als 53 Jahren sind mit der Artemis-II-Mission wieder Menschen um den Mond geflogen.

Kerstin Sonnabend • 5/2026 • Seite 7 • DPG-Mitglieder

Auf allen Skalen unterwegs

Der Leibniz-WissenschaftsCampus SCALES bündelt in Brandenburg Expertise aus Astrophysik, Klimaforschung und angewandter Mathematik.

Henri Wagner • 5/2026 • Seite 8 • DPG-Mitglieder

Antilastkraftwagen

Einer Arbeitsgruppe am CERN gelingt das erste Mal ein Transport von Antimaterie zwischen zwei Laboren.

Stefan L. Wolff • 5/2026 • Seite 10

Gedenken an Arnold Berliner alias Herrn Kielgan

In Berlin wurde eine Gedenktafel für das ehemalige DPG-Mitglied und Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht.

Maike Pfalz / DESY / FZ Jülich • 5/2026 • Seite 10 • DPG-Mitglieder

Aller guten Dinge sind drei

Der Wissenschaftsrat empfiehlt die ersten drei Projekte der nationalen Shortlist für Forschungsinfrastrukturen zur baldigen Umsetzung.

Henri Wagner • 5/2026 • Seite 11 • DPG-Mitglieder

Ausschließlich unterstützend

Die DFG arbeitet Leitlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei akademischen Gutachten heraus.

Kerstin Sonnabend • 5/2026 • Seite 12 • DPG-Mitglieder

Neubau mit Bodenstation

Das Fraunhofer IOF hat in Jena seinen dritten Erweiterungsbau auf dem Beutenberg Campus eingeweiht.

Kerstin Sonnabend • 5/2026 • Seite 12 • DPG-Mitglieder

Ein Netzplan als Roadmap

Das Projekt FIRE hat eine erste Fassung für die Forschungs- und Innovations-Roadmap Fusionsenergie vorgestellt.

Henri Wagner • 5/2026 • Seite 14 • DPG-Mitglieder

Navigation von morgen

Die ersten beiden Satelliten der ESA-Mission „Celeste“ erreichen erfolgreich den erdnahen Orbit.

HZB / Maike Pfalz • 5/2026 • Seite 14 • DPG-Mitglieder

Start für neues Rechenzentrum

Das Helmholtz-Zentrum Berlin und das Zuse-Institut Berlin bauen ein gemeinsames Zentrum auf.

Henri Wagner • 5/2026 • Seite 15 • DPG-Mitglieder

Von künftigen Missionen und der Weltrettung

Der Rat der Europäischen Weltraumorganisation ESA diskutierte über Asteroidenabwehr, ISS-Missionen und neue globale Projekte.

Henri Wagner • 5/2026 • Seite 16 • DPG-Mitglieder

Submillimeter-Fenster ins All

Ein in Deutschland gebautes Radioteleskop geht in Chile in Betrieb – in 5600 Metern Höhe.

Matthias Delbrück • 5/2026 • Seite 17 • DPG-Mitglieder

USA: Unabhängiges arXiv.org; Gestrichener Satellit; Stand up for Science 2.0

Matthias Delbrück • 5/2026 • Seite 18 • DPG-Mitglieder

Chinas Weg an die Spitze

Schon in zwei Jahren könnten die öffentlichen Forschungsausgaben diejenigen der USA übersteigen.

Henri Wagner • 5/2026 • Seite 18 • DPG-Mitglieder

Exoplanetensuche mit der Sonne

Leserbriefe

Gottfried Merzyn • 5/2026 • Seite 19 • DPG-Mitglieder

Mehr Wertschätzung!

Zu: T. Lee und A. Fuchs, Physik Journal, Februar 2026, S. 22

High-Tech

Michael Vogel • 5/2026 • Seite 20 • DPG-Mitglieder

Hochintegriertes LiDAR; Im Such- und Rettungseinsatz; Feuchtemessung am Blatt; Berührungslos vermessen

DPG

5/2026 • Seite 13 • DPG-Mitglieder

DPG-Forum: Wissens- und Technologietransfer im Dialog

Die Physik in ihrer Breite stärkenMaike Pfalz • 5/2026 • Seite 22 • DPG-Mitglieder

Die Physik in ihrer Breite stärken

Ende März fand in Berlin die feierliche Amtsübergabe der DPG-Präsidentschaft statt.

5/2026 • Seite 31 • DPG-Mitglieder

Physikerin der Woche

5/2026 • Seite 43 • DPG-Mitglieder

DPG Mentoring-Programm

Clemens Raasch • 5/2026 • Seite 58 • DPG-Mitglieder

Theoretische Physik im Team meistern

Beim bundesweiten Wettbewerb DOPPLERS teilten Studierende ihre Begeisterung für die Physik.

Christian Kuttner und Lucas Kreuzer • 5/2026 • Seite 59 • DPG-Mitglieder

Wissenschaftskommunikation als Schlüssel zur eigenen Marke

Rückblick auf eine Diskussion darüber, warum Self-Branding ein „Soft Science Skill“ mit harter Wirkung ist

5/2026 • Seite 60 • DPG-Mitglieder

Der Mangel an Physiklehrkräften gefährdet die Physik

Die aktuelle Ausgabe Physikkonkret weist auf dringenden Handlungsbedarf seitens der Hochschulen und Politik hin.

Brennpunkt

Henri Wagner • 5/2026 • Seite 25 • DPG-Mitglieder

Auf den Punkt gebracht

Durch Reflexion zum ResonatorHans-H. Braun • 5/2026 • Seite 26 • DPG-Mitglieder

Durch Reflexion zum Resonator

Am European XFEL ist es erstmals gelungen, einen Laserresonator für Röntgenlicht zu demonstrieren.

Geschichte

Jane DeweyAdriana Minor • 5/2026 • Seite 28

Jane Dewey

Die amerikanische Physikerin erhielt ihre Ausbildung in der entscheidenden Phase der Quantenmechanik.

Jane Dewey gilt in den USA als eine wichtige Person in der frühen Quantenphysik, war sie doch in der dortigen Physik-Community die einzige Frau, die in den 1920er-Jahren in Europa Quantenmechanik studierte. 1925 und 1926 forschte sie am Niels-Bohr-Institut zum Stark-Effekt und obwohl sie von ihren Kollegen als vielversprechendste und bestens ausgebildete amerikanische Physikerin angesehen wurde, blieb ihr der Zugang zur Forschung und zum akademischen Leben verwehrt [1].

Jane Mary Dewey wurde am 11. Juli 1900 in Chicago geboren. Sie war die jüngste Tochter von John Dewey und Alice Chipman, die sich intensiv für die Umgestaltung von Bildungskonzepten engagierten. Ihre Vornamen waren eine Hommage an Jane Addams und Mary Rozet Smith, beide eng mit ihren Eltern befreundet, die sich für Bildungsmöglichkeiten für Frauen der Arbeiterklasse in Chicago einsetzten. Jane wuchs in einem Umfeld auf, das von fortschrittlichen Ideen über Bildung, soziale Inklusion und die Rolle der Frau in der Gesellschaft geprägt war. 

Unter ihren Geschwistern stach sie aufgrund ihres Talents für Mathematik hervor, das sie dank der Freiheiten und der Möglichkeiten, die ihr von klein auf geboten wurden, entwickeln konnte. 1919 schrieb sie sich wie ihre Schwestern als Studentin am Barnard College für Frauen ein, das der Columbia University angegliedert war, wo ihr Vater seit 1904 arbeitete. Während ihrer Studienzeit war Margaret Eliza Maltby Vorsitzende des Fachbereichs Physik – die erste Frau, die einen Bachelorabschluss in Naturwissenschaften am Massachusetts Institute of Technology (MIT) machte und in Physik an der Universität Göttingen in Deutschland promovierte. Dewey hat vermutlich Physikkurse bei Maltby besucht, die ihre Studentinnen ermutigte, eine Karriere in naturwissenschaftlichen Fächern anzustreben. (...)

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Überblick

Intelligenz durch InterferenzMarie Braasch und Sina Saravi • 5/2026 • Seite 32 • DPG-Mitglieder

Intelligenz durch Interferenz

Licht denken lassen: Diffraktive Optik trifft neuronale Netze.

Künstliche Intelligenz (KI) prägt unseren Alltag mit überraschend hoher Geschwindigkeit. Ob Gesichtserkennung, autonomes Fahren, forensische Analysen oder Krebsdiagnostik – KI ist inzwischen allgegenwärtig. Allerdings steigt mit zunehmender Komplexität der ­Rechenaufgaben auch die erforderliche Rechenleistung massiv an. An diesem Engpass knüpfen diffraktive neuronale Netzwerke an.

Bildinformation ist ganz natürlich in der elektro­magnetischen Strahlung verschlüsselt. In künstlichen neuronalen Netzwerken (KNN) wird diese Bildinformation gemessen und anschließend in digitale Signale für eine elektronische Auswertung umgewandelt. Diffraktive neuronale Netzwerke (DNN) nutzen das Licht als Rechenmedium und können so von all seinen Freiheitsgraden ­Gebrauch machen, bevor die Intensitätsverteilung gemessen wird. Durch gezieltes Modulieren der Wellenfronten verarbeiten sie Bild­information in Lichtgeschwindigkeit.

Digitale vs. diffraktive neuronale Netzwerke

Um das Problem greifbar zu machen, richten wir den Blick auf eine konkrete Anwendung, die Objekterkennung. Das mag vielleicht auf den ersten Blick trivial erscheinen, doch auch ein scheinbar simples Problem kann überraschend komplex sein. So zum Beispiel die knifflige Herausforderung, einen haarigen Hund von einem Wischmopp zu unterscheiden. Bei einem digitalen Lösungsansatz mit einem künstlichen neuronalen Netz startet der Prozess damit, dass das Licht der vorhandenen Szene mit einer Kamera aufgenommen und in Pixeln diskretisiert gemessen wird (Abb. 1). Der Rechner verarbeitet diese digitalisierten Daten sequenziell und ordnet jeder möglichen Kategorie (hier Hund oder Wischmopp) eine Zahl zu. Schließlich gibt er für jede Kategorie eine Zahl aus. Gewonnen hat die Kate­gorie mit dem höchsten Wert. (...)

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Grüne Bänder und blaue SonnenAnna Lange und Christian von Savigny • 5/2026 • Seite 38 • DPG-Mitglieder

Grüne Bänder und blaue Sonnen

Die Erdatmosphäre sorgt für Farberscheinungen, die mit ihrer Vielfalt und der zugrundeliegenden Physik begeistern.

Optische Phänomene der Erdatmosphäre faszinieren seit Jahrhunderten. Die blaue Farbe des Himmels ist darunter wahrscheinlich das vertrauteste Phänomen, doch ganz ähnliche physikalische Prozesse mit leichten Veränderungen der geometrischen und mikrophysikalischen Bedingungen sind auch für weitaus ungewöhnlichere Farb­erscheinungen am Himmel verantwortlich. Dazu zählen grüne Bänder am Horizont, grüne vulkanische Sonnenunter­gänge sowie blaue Sonnen und Monde.

Die Antwort auf die Frage „Warum ist der Himmel blau?“ lautet fast immer: Rayleigh-Streuung. Damit ist die Streuung von Licht an Partikeln gemeint, die deutlich kleiner als die Wellenlänge des einfallenden Lichts sind, etwa Luftmoleküle. Diese Antwort ist jedoch nicht ganz korrekt. Denn obwohl sich die blaue Farbe des Himmels am Tag, bei Sonnenuntergang und der anschließenden Dämmerung nicht wesentlich zu verändern scheint, liegen der Blaufärbung des Himmels zwei unterschiedliche physikalische Prozesse zugrunde. 

Bei Sonnenuntergang beruht die blaue Farbe des Zenits lediglich zu einem Drittel auf der Rayleigh-Streuung; zu zwei Dritteln findet sich ihre Ursache in der Absorption durch die Chappuis-Banden. Diese Absorptionsbanden des stratosphärischen Ozons wirken auf Wellenlängen von etwa 450 bis 700 nm im sichtbaren Spektralbereich [1]. Während der Dämmerung geht die blaue Färbung des Zenits nahezu vollständig auf die Absorption durch Ozon zurück. Mit sinkendem Sonnenstand verstärkt sich dieser Effekt: Nimmt der Sonnenzenitwinkel zu, verlängert sich der atmosphärische Lichtweg und damit auch die Durchquerung der stratosphärischen Ozonschicht. (...)

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Lehre

Zwischen Hörsaal und Klassenzimmer5/2026 • Seite 44

Zwischen Hörsaal und Klassenzimmer

Duales Lehramtsstudium Physik an der PH Karlsruhe – Interview mit Tobias El Hamdani-Ludwig

Alltag

Ein Leben ohne BrilleMichael Vogel • 5/2026 • Seite 46 • DPG-Mitglieder

Ein Leben ohne Brille

Sehfehler lassen sich chirurgisch korrigieren. Bei den Verfahren spielen Excimer- und Femtosekundenlaser eine zentrale Rolle.

Menschen

Kerstin Sonnabend • 5/2026 • Seite 48 • DPG-Mitglieder

„Ich möchte verstärkt junge Menschen für den VDE gewinnen.“

Interview mit Christoph Kutter

5/2026 • Seite 49 • DPG-Mitglieder

Personalien

Karsten Albe, Andrea Gassmann, Horst Hahn, Wolfram Jaegermann, Christian Melzer, Roland Schmechel und Jörg Zimmermann • 5/2026 • Seite 54 • DPG-Mitglieder

Nachruf auf Heinz von Seggern

Rezensionen

Peter Bussemer • 5/2026 • Seite 56 • DPG-Mitglieder

Michael Kaschke, ­Holger Cartarius: Fingerübungen der Physik

Alexander Pawlak • 5/2026 • Seite 56 • DPG-Mitglieder

Dallas Campbell: Der Traum vom Weltraum

Peter Enders • 5/2026 • Seite 57 • DPG-Mitglieder

Norbert Langhoff und Klaus Meier (Hrsg.): ­Leucht-Türme

Tagungskalender

5/2026 • Seite 61 • DPG-Mitglieder

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