18.09.2003

In the Shadow of the Bomb: Bethe, Oppenheimer, and the Moral Responsibility of the Scientist

S. S. Schweber, In the Shadow of the Bomb: Bethe, Oppenheimer, and the Moral Responsibility of the Scientist Princeton University Press, Princeton 2000. XVIII + 260 S., geb. £ 15,95., ISBN 0691049890

Schweber

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"In the Shadow of the Bomb" ist ein höchst anregendes Buch, das sich den Biografien zweier bedeutender Physiker des 20. Jahrhunderts auf interessante Weise nähert. Es spiegelt das Leben von J. R. Oppenheimer und H. Bethe in ihrem Verhalten während der McCarthy-Ära und ihrer Haltung zur Entwicklung der Wasserstoffbombe. Damit wird es zwar nicht den Ansprüchen gerecht, die man an eine umfassende wissenschaftliche Biografie zu stellen hat, doch ist dies auch gar nicht der selbstgewählte Anspruch des Buches. Vielmehr rückt es die Frage nach der Moral und ethischen Verantwortung der Physik(er) im 20. Jahrhundert in den Mittelpunkt und versucht, konkrete Antworten am Beispiel der beiden fast parallelen Lebensläufe zu geben.

Schweber spannt dabei den Bogen sehr weit, sieht er doch die Wurzeln für Bethes wie auch Oppenheimers Verhalten - insbesondere bei den Konflikten nach dem Zweiten Weltkrieg - in den Ideen der Aufklärung und einer entsprechenden Erziehung begründet. Erläuterungen zum Begriff der "Aufklärung" ist dann auch konsequenter Weise das Einführungskapitel gewidmet, das sich indes weniger spannend liest als die folgenden Fallstudien - so zum Fall Morrison oder zur Affäre Petersen (S. 115).

Sowohl Morrison als auch Petersen waren zu Beginn der fünfziger Jahre ins Visier des berüchtigten Ausschusses für unamerikanisches Verhalten gekommen und haben dabei auf höchst unterschiedliche Weise durch Bethe und Oppenheimer Solidarität bzw. Missachtung erfahren. Indem Schweber diese Fälle ausführlich dokumentiert, berührt er zugleich ein Thema amerikanischer Wissenschaftsgeschichte, das bislang höchst marginal behandelt wurde bzw. gar ein Tabu war: die Auswirkungen der McCarthy-Ära auf die amerikanische Wissenschaft. Allein schon deswegen lohnt sich die Lektüre des vorliegenden Buches, doch wird auch derjenige, der sich allein für das Leben von J. R. Oppenheimer und H. Bethe interessiert, auf seine Kosten kommen.

Priv.-Doz. Dr. Dieter Hoffmann
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
 

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