18.03.2015

Opa, was macht ein Physiker?

S. Hess: Opa, was macht ein Physiker? Wiley-VCH, Berlin, 2014, 270 S., geb., 24,90 €, ISBN 9783527412631

S. Hess

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Ein Physiker, der jahrzehntelang Forschung betrieben hat, gibt seinen Enkeln einen Überblick dar­über, was ihn fasziniert – eine schöne Idee. Dabei bilden drei Themen den Kern, eingeleitet von einem kurzen Kapitel, in dem sich der Autor Siegfried Hess damit befasst, was Physik ist.

Im Mechanik-Abschnitt verbindet Hess die physikalischen Gesetzmäßigkeiten mit Erfahrungen aus dem Alltag. Er beleuchtet Phänomene und zeigt Zusammenhänge auf. Dabei nennt er auch einfache Experimente für die Leser. Begleitet wird dies unter anderem von schönen Zeichnungen, die Enkel des Autors angefertigt haben. Weiterführende Abschnitte sind gekennzeichnet. Sie lassen sich, so der Autor, beim ersten Lesen überspringen. Ein Laie wird sich vermutlich trotzdem schwertun, Teile wegzulassen. Allerdings ist hier der Bruch doch erheblich: Themen sind z. B. der Laplace-Runge-Lenz-Vektor oder der Langrange-Formalismus. Leider wird nicht klar, warum explizit zwischen himmlischer und irdischer Mechanik unterschieden wird, wo doch gerade die Universalität der Naturgesetze eine der größten Erkenntnisse darstellt.
In „Quanten-Mechanik“ erläutert Hesss die grundlegenden Experimente und die Entwicklung der Atomphysik. Das Kapitel schließt mit einer anregend erzählten Fantasiegeschichte darüber, was passieren würde, wenn sich die Planck-Konstante ändern würde. Das dritte Kapitel handelt von Invarianzen. Hier sollen möglichst viele Aspekte und Begriffe abgedeckt werden, was den durchschnittlichen Leser in der Regel überfordern dürfte.

Das letzte Kapitel („Verstehen“) schlägt einen weiten Bogen über verschiedene Gebiete der Physik und geht darauf ein, was Näherungen sind und wie Physiker mit Modellen arbeiten. Ein Anhang enthält ein Teekessel-Spiel und eine Liste bedeutender Forscher.

Klarerweise kann ein Buch nie vollständig sein, aber hier führt die „Kunst des Weglassens“ dazu, dass Themen wie der Magnetismus fehlen. Doch gerade diese Phänomene faszinieren Kinder, für die das Buch unter anderem geschrieben ist, ganz besonders. Bei den gewählten Themen strebt der Autor möglichst große Vollständigkeit an, was den Zugang eher erschwert.

Das Buch ist sehr persönlich gehalten. Die Erfahrungen, die der Autor mit Teilen des Buches bei seinen Enkeln gemacht hat, lassen sich aber vermutlich nicht auf andere Kinder übertragen. Doch es enthält viele gute Ansätze und ist ansprechend geschrieben. Für fachlich vorgebildete Leser, die es als Quelle nutzen möchten, um über den Teller­rand zu blicken oder um „Jung und Alt“ etwas näherzubringen, kann es gewinnbringend sein.

Dipl.-Phys. Kai Müller, Physikalisches Institut, Universität Heidelberg

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