25.03.2024

Verschlüsselt

Stephen Pincock und Mark Frary: Verschlüsselt – Die Geschichte geheimnisvoller Codes von den Hieroglyphen bis heute, Haupt ­Verlag, Bern 2023, geb., 192 S., 36 Euro, ISBN 9783258083391

Stephen Pincock und Mark Frary

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Bereits 2007 haben Stephen Pincock und Mark Frary mit dem Buch „Geheime Codes“ die Grundlage des nun vorliegenden Buchs veröffentlicht. Die deutlich erweiterte und frisch gestaltete Neuauflage setzt zeitlich betrachtet ebenfalls in der Antike an, spannt aber einen erheblich weiteren Bogen bis hin zu Secure-Hash-Algorithmen und Kryptowährungen wie Bitcoin. Auch auf aktuelle Fragen, zum Beispiel ob sich Privatsphäre durch Verschlüsselung erhalten und zurückgewinnen lässt, geht das Duo in den neuen Kapiteln ein. 

Kern des Ganzen bleiben jedoch die sechs Kapitel, die von den Ursprüngen in der Antike bis zu den Visionen der Quantenkryptografie führen. Jedes davon ist reich bebildert, ordnet die Codes und Chiffren in das historische Umfeld ein und erzählt einige Anekdoten rund um ihre Anwendung aber auch Entschlüsselung. Farblich mit hellblauem Hintergrund abgesetzt, erläutern die Seiten zur „Codeanalyse“ ausgewählte Verschlüsselungstechniken sowohl theoretisch als auch anschaulich anhand konkreter Beispiele. Dabei handelt es sich um englische Sätze oder Texte, da die erweiterte Auflage zunächst auf Englisch erschienen ist. Dennoch machen die Seiten einfache Verfahren, zum Beispiel Substitutions­chiffren, ebenso verständlich wie etwa die anspruchsvolle asymmetrische bzw. Public-Key-Verschlüsselung. 

Außerdem setzen sich im Layout auch die weiterführenden Kurztexte durch einen grauen Hintergrund und zweispaltigen Satz ab. Diese enthalten zusätzliche Informationen zu Gegenständen, Personen oder Ereignissen aus dem Haupttext. Die Länge variiert dabei von einer bis zu vier Seiten; die Themen sind breit gestreut von der ausführlichen Beschreibung kryptografischer Rätsel wie dem Diskos von Phaistos über Porträts von Personen wie Charles Babbage bis hin zu Begebenheiten wie den verschlüsselten Botschaften des Zodiac-Killers. 

Wer sich bisher nicht mit Kryptografie beschäftigt hat, lernt beim Lesen ohne Anstrengung, die Grundbegriffe wie Codes und Chiffre zu unterscheiden. Nachschlagen lassen sich die wichtigsten Fachwörter in einem übersichtlichen Glossar. Auch die unterschiedlichen Herangehensweisen der Kryptografie, die neue Verschlüsselungen erfindet, und der Kryptoanalyse, die eine Botschaft zu entschlüsseln versucht, machen die Autoren deutlich. Dass sich beide Disziplinen über die Jahrhunderte immer wieder bemerkenswerte Wettkämpfe geliefert haben, zeigt sich im chronologischen Aufbau der Kapitel. 

Vorhandenes Grundwissen lässt sich mit dem gut recherchierten Band problemlos erweitern. Dazu trägt auch die kurze, aber gut ausgewählte Liste mit weiterführender Literatur bei, die Fachliteratur und allgemeinverständliche Bücher kombiniert, aber auf kurzlebige Internetlinks verzichtet. Die wertige Ausführung mit durchweg farbigen Abbildungen rechtfertigt auch den zunächst etwas hoch erscheinenden Preis. 

Kerstin Sonnabend


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