13.01.2021

Arbeitsmarkt für Physikerinnen und Physiker

Eine Bestandsaufnahme nach der ersten Coronawelle.

Die von der Bundes­agentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen lassen zwar den Einfluss der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt für Physikerinnen und Physiker erkennen, aber die Zunahme der Arbeits­losigkeit und der Rückgang der offenen Stellen liegen deutlich unter den Schwankungen der letzten Dekaden. Insbesondere die Beschäftigungs­situation für berufs­erfahrene Physikerinnen und Physiker erweist sich als krisenfest. Das sind Ergebnisse der jüngsten Analyse des Arbeits­marktes für Physikerinnen und Physiker der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).

Abb.: Entwicklung der Arbeitslosen­zahlen unter Physikern. (Bild: BA / PJ...
Abb.: Entwicklung der Arbeitslosen­zahlen unter Physikern. (Bild: BA / PJ 12/2020)

Laut Mikrozensus (Stand 2017) gibt es in Deutschland etwas mehr als 117.000 Physikerinnen und Physiker. Sie arbeiten in vielfältigen Berufen. Nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind allerdings nur rund ein Fünftel dem originären „Erwerbs­beruf Physiker“ zuzuordnen. Für diese Untergruppe lassen sich aktuelle Entwicklungen aus den Daten der Bundesagentur für Arbeit ablesen. Demnach ist die Zahl der Arbeitslosen in der Physik erstmals seit 2015 im Vergleich zum Vorjahr (Berichts­zeitraum jeweils Oktober bis September) gestiegen. Die höheren Arbeitslosen­zahlen sind offen­sichtlich der Coronakrise geschuldet. So war ab April 2020 ein sprunghafter Anstieg zu beobachten, nachdem der März-Wert noch dem normalen, jahres­zeitlichen Verlauf entsprach. Die Veränderung der Arbeitslosen­zahlen für den „Erwerbsberuf Physiker“ relativ zum März bildet direkt den Verlauf des Gesamt­arbeitsmarktes ab, der im Zuge der Coronakrise eingebrochen ist.

Betrachtet man die Gruppe der berufs­erfahrenen Physikerinnen und Physiker ist die Arbeits­losenzahl auch in der Coronakrise nicht gestiegen; junge Absol­ventinnen und Absolventen hingegen scheinen derzeit schwerer in den Beruf zu finden. Die Aussage, dass Physikerinnen und Physiker selten von Arbeits­losigkeit bedroht sind, wenn der Berufs­einstieg erst einmal geschafft ist, gilt also auch in Coronazeiten.

Die Bundesagentur hat für das Jahr 2018 eine studien­spezifische Arbeits­losenquote für die Physik veröffentlicht. Sie liegt bei 2,4 Prozent. Nachdem die Zahlen im September 2020 vergleichbar mit denen des Jahresmittels 2018 waren, ist aktuell von einer ähnlichen Quote auszugehen, was einer Vollbe­schäftigung entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr ist ferner die Zahl offener Stellen um rund 14 Prozent gesunken. Dieser Rückgang spiegelt die Zurück­haltung der Arbeitgeber durch die unsichere Entwicklung der Wirtschafts­lage der vergangenen Monaten wider.

DPG / JOL

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