Begeistern für das Nebenfach

Detlef Reichert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erhält den Ars legendi-Fakultätenpreis in der Kategorie Physik.

Kerstin Sonnabend

Mit den Nebenfächern im Studium ist das so eine Sache. Für die Lehrenden bedeuten sie meist viel Arbeit ohne die Aussicht, neue Mitglieder für die eigene Forschungsgruppe zu gewinnen. Bei Studierenden gehören sie oft zum ungeliebten Pflichtprogramm und sind manchmal gar gefürchtet, weil das entsprechende Schulfach nicht bis zum Abitur belegt wurde. Das trifft häufig auf die Physik zu. Dass Abhilfe möglich ist, hat Detlef Reichert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter Beweis gestellt.

Detlef Reichert
Detlef Reichert erhält den Ars legendi-Preis 2026 in der Kategorie Physik.
Quelle: Lothar Teschner

Der diesjährige Preisträger des mit 5000 Euro dotierten Ars legendi-Fakultätenpreises in der Kategorie Physik „richtet seine Lehre besonders konsequent, empathisch und sehr erfolgreich an den spezifischen Bedürfnissen bestimmter Zielgruppen aus.“ Die Laudatio hebt insbesondere Studierende der Medizin und angehende Studierende hervor. Reichert wähle relevante Themen geschickt aus und setze moderne didaktische Methoden reflektiert ein. Mit seinen anwendungsorientierten Lehrformaten gelinge es ihm, auch solche Studierende, die dem Fach zunächst mit Unsicherheit begegnen, an die Physik heranzuführen und auch Nebenfachstudierende zu begeistern.

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Den Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften vergeben der Stifterverband, die Deutsche Mathematiker-Vereinigung, die Deutsche Physikalische Gesellschaft, die Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland seit 2014 jährlich für exzellente Hochschullehre.

Der Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Nachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und diese über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll der Preis dabei helfen, die Qualität der Lehre als zentrales Gütekriterium für Hochschulen und strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen stärker zu verankern. 

Neben Detlef Reichert in der Kategorie Physik hat die neunköpfige Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der vier Disziplinen, der Hochschuldidaktik sowie Studierenden, auch die drei anderen Preisträger:innen bekannt gegeben: in der Biologie Maren Ziegler von der Justus-Liebig-Universität Gießen, in der Chemie Annette Marohn von der Universität Münster und in der Mathematik Walther Paravicini von der Eberhard Karls Universität Tübingen. Die feierliche Preisverleihung findet am 1. Juli in Frankfurt am Main statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. 

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