05.01.2026 • AstronomieGroßgeräte

Baubeginn für CTAO-South

Die Südhimmel-Anlage wird das erste Gammastrahlen-Observatorium sein, das in Chile gebaut entsteht.

Am 17. Dezember 2025 fand auf dem Paranal-Gelände der Europä­ischen Süd­stern­warte ESO in Chile die Grund­stein­legung für die süd­liche Anlage des Cherenkov Telescope Array Obser­vatory (CTAO) statt, womit der Bau­beginn für die Funda­mente des ersten Tele­skops markiert wurde. Das CTAO wird das welt­weit größte und leistungs­stärkste Gamma­strahlen-Obser­va­to­rium sein und neue Ein­blicke in das Uni­ver­sum bei hohen Ener­gien ermög­lichen. CTAO-South wird das erste Gamma­strahlen-Observa­torium sein, das in Chile gebaut wird. CTAO-North be­fin­det sich auf den kanari­schen Inseln, am Roque de los Mu­cha­chos Obser­va­to­rium auf La Palma.

Von links nach rechts: Thomas Klein, Ricardo Díaz, Alejandra Pizarro, Stuart...
V. l. n. r.: Thomas Klein, Direktor des La Silla Paranal Observatoriums der ESO; Ricardo Díaz, Gouverneur der Region Antofagasta; Alejandra Pizarro, Direktorin der chilenischen nationalen Agentur für Forschung und Entwicklung (ANID); Stuart McMuldroch, Generaldirektor der CTAO; Xavier Barcons, Generaldirektor der ESO; Valeska Molina, Regionalsekretärin des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Innovation; Francisco Colomer, Vorsitzender des CTAO ERIC-Rates; und Volker Heinz, Bauprogrammmanager für das CTAO.
Quelle: ESO / CHEPOX

Das CTAO ist ein internationales Projekt, an dem die ESO als Grün­dungs­part­ner und Gast­geber der süd­li­chen An­lage be­tei­ligt ist. Meh­rere ESO-Mit­glieds­staa­ten sowie wis­sen­schaft­liche Teams aus aller Welt, darunter auch aus Chile, berei­ten sich darauf vor, in den kom­men­den Jah­ren mit diesem Obser­va­to­rium zu arbei­ten. Der Beginn der Fundament­arbeiten, die von einem Kon­sor­tium chile­ni­scher Unter­nehmen durch­geführt werden, ebnet den Weg für die ersten Tele­sko­pe, die bis Ende 2026 auf dem Para­nal auf­ge­stellt wer­den sol­len.

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Zur Feier versammelten sich Vertreter der CTAO, der ESO, der chile­ni­schen Regie­rung und loka­ler Behör­den im Paranal-Obser­va­to­rium der ESO. Neben dem General­direktor der ESO nahmen an der Zere­monie teil: Andreas Kaufer, ESO-Direk­tor für den Betrieb; Thomas Klein, ESO-Direktor des La Silla-Paranal-Observa­toriums; Volker Heinz, CTAO-Bau­programm­manager; Stuart McMul­droch, CTAO-General­direktor; Fran­cisco Colo­mer, Vor­sitzen­der des CTAO ERIC Coun­cil, Ricardo Díaz, Gouver­neur der Region Anto­fagasta, Valeska Molina, Regional­sekre­tärin des Minis­teriums für Wissen­schaft, Techno­logie und Inno­va­tion für die Region Anto­fa­gasta, und Alejandra Pizarro, Direk­torin der chile­ni­schen natio­nalen Agentur für For­schung und Ent­wick­lung (ANID). Nach der Begrüßung und den Reden wurde neben dem zukünftigen Stand­ort des Arrays eine Zeit­kapsel ver­graben. Sie war mit Erinnerungs­stücken aus Chile und von CTAO-Partnern sowie wissen­schaft­lichen Gegen­ständen gefüllt, die die guten Wünsche und Ziele für die der­zeit im Bau befind­lichen Tele­skope symboli­sieren.

Das CTAO wurde entworfen, um hoch­energe­tische Gamma­strahlen zu detek­tieren, die von den hef­tigsten und energie­reichs­ten Ereig­nissen im Uni­ver­sum ausge­sendet werden. Es wird aus mehr als sechzig Tele­skopen an zwei Stand­orten bestehen: CTAO-Süd und CTAO-Nord – eines in jeder Hemi­sphäre – mit einer Gesamtfläche von über einer Million Quadratmetern. Allein am süd­lichen Stand­ort werden mehr als fünf­zig Tele­skope instal­liert, die einen breiten Energie­bereich von 20 GeV bis 300 TeV erfassen sollen.

Das CTAO wird hoch­energe­tische Strahlung mit bei­spiel­loser Genau­ig­keit und Präzi­sion erfassen und damit die der­zei­tigen Gamma­strahlen-Tele­skope weit über­treffen. Wenn ein energie­reiches Gamma-Photon auf die Erd­atmo­sphäre trifft, erzeugt es eine Kaskade von Teilchen, die die Emis­sion von Cherenkov-Strah­lung verur­sa­chen – einen charakte­ristischen schwachen blauen Blitz im sicht­baren Licht. Dieser Blitz dauert nur wenige Milliardstel Sekunden, sodass er nur mit super­schnellen und empfind­lichen Kameras und Tele­skopen mit enormer Licht­sammel­leistung unter einem makel­losen dunklen Himmel aufge­nommen werden kann.

Durch die genaue Lokali­sierung der Quellen dieser Gamma­strahlen wird das CTAO tiefere Einblicke als je zuvor in die extremsten Ereignisse und Objekte unseres Univer­sums ermög­lichen und sich dabei auf Schlüssel­bereiche konzen­trieren, wie das Ver­ständ­nis des Ur­sprungs und der Rolle rela­tivis­ti­scher kosmi­scher Teil­chen; die Erfor­schung ex­tre­mer Umge­bungen wie Schwarzer Löcher und Neu­tronen­sterne; und die Erfor­schung der Grenzen der Physik durch die Suche nach Dunkler Materie und die Über­prüfung der Grenzen von Ein­steins Rela­tivi­täts­theorie. [ESO  / dre]

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