17.02.2020 • PhotonikMedizinphysik

Bessere Krebstherapie durch Kombination von MRT und Röntgen

Entwicklung eines neuen Bildgebungsverfahren zur präziseren Behandlung von Leberkrebs.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert mit mehr als 3,3 Millionen Euro über drei Jahre ein Verbund­projekt des Universitäts­klinikums Freiburg und der Siemens Healthineers. In dem Projekt wird die Magnet­resonanz­tomo­grafie, die derzeit über­wiegend in der Diagnostik zum Einsatz kommt, für die besonderen Anforde­rungen der inter­ventio­nellen Radiologie und für die Kombi­nation mit Röntgen­bild­gebung angepasst. Forscher arbeiten dafür an einem neu­artigen Verfahren, das die minimal­invasiven radio­logischen Behand­lungen von Tumoren und Meta­stasen in der Leber präziser und schonender machen soll.

Abb.: So könnte das kombinierte MRT-CT-Gerät einmal aussehen, mit dem...
Abb.: So könnte das kombinierte MRT-CT-Gerät einmal aussehen, mit dem gleichzeitig Weichgewebe und medizinische Geräte dargestellt werden können. (Bild: Siemens Healthineers)

Oftmals ist der Leberbefall so weit fort­ge­schritten, dass eine chirur­gische Entfernung nicht mehr möglich ist und statt­dessen bild­ge­stützte, lokale Therapie­verfahren wie Erhitzen, Erfrieren oder eine lokale Katheter-gesteuerte Appli­kation von Medika­menten zum Einsatz kommen. Um diese Eingriffe noch präziser durch­führen zu können, werden bei dem neuen multi­modalen Bild­gebungs­verfahren unter­schied­liche Formen von Weich­geweben per MRT darge­stellt, so dass eine gezielte Unter­scheidung zwischen Tumor­gewebe und gesundem Gewebe während des Eingriffes ermög­lichen wird.

Die Röntgenaufnahmen hingegen können harte Strukturen wie medizinische Instru­mente hoch­auf­gelöst dar­stellen und so eine feine Steuerung dieser Instrumente zum Ort der Therapie ermöglichen. Das Projekt wurde mit einem gemein­samen Treffen der Projektteams bei Siemens Healthineers in Forchheim kürzlich offiziell gestartet.

„Mit der Kombination von Röntgen und MRT wollen wir hoch­präzise Eingriffe ermöglichen, zunächst bei Leberkrebs. Zukünftig könnte diese kombi­nierte Bild­gebung für medizi­nische Eingriffe anderer Körper­regionen vorteil­haft einge­setzt werden, bei denen medizi­nische Instru­mente unter Bild­kontrolle in Weich­gewebe gesteuert werden müssen“, sagt Maxim Zaitsev vom Universitäts­klinikum Freiburg, der das Projekt gemeinsam mit Maximilian Russe vom UK Freiburg und Rebecca Fahrig von Siemens Healthineers entwickelt hat.

Bis zum Ende der Projektzeit soll ein funktions­fähiger Technologie­demonstrator herge­stellt werden, der die inter­ventio­nelle MR-Tomo­graphie erlaubt und für die anschließende Kombi­nation mit Röntgen­bild­gebung vorbereitet ist.

UK Freiburg / RK

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