11.11.2008

China weiht mit LAMOST das größte Schmidt-Teleskop der Welt ein

Spiegel von SCHOTT ermöglichen auch bei extremen Temperaturschwankungen scharfe Farbbilder aus der unendlichen Weite unseres Universums



Spiegel von SCHOTT ermöglichen auch bei extremen Temperaturschwankungen scharfe Farbbilder aus der unendlichen Weite unseres Universums


Mainz/Xinglong – Das größte Schmidt-Teleskop der Welt hat seinen Betrieb aufgenommen. Die feierliche Eröffnung fand unter Mitwirkung führender internationaler Astronomen in der Sternwarte Xinglong, etwa 2 Autostunden nordöstlich von Beijing nahe der Stadt Nanshuangdong, statt. LAMOST (Large Sky Area Multi-Object Fiber Spectroscopic Telescope) untermauert Chinas Anspruch auf einen Spitzenplatz in der astronomischen Forschung. Herz des rund 40 Millionen Dollar teuren Teleskops ist der 6-Meter-Hauptspiegel bestehend aus 37 sechseckigen Spiegelelementen aus der Glaskeramik „Zerodur“ von SCHOTT – wie auch schon der 2,4-Meter-Spiegel des Lijiang-Teleskops. Das Lijiang-Teleskop ging vergangenes Jahr am Gaomeigu-Observatorium in der chinesischen Provinz Yunnan in Betrieb.


Abb.: Weltweit größten Schmidt-Teleskops LAMOST (Large Sky Area Multi-Object Fiber Spectroscopic Telescope). (Bild: SCHOTT)


Bei den 37 jeweils etwa einen Quadratmeter großen Wabenspiegeln entschied sich der Betreiber des Teleskops, die chinesische Akademie der Wissenschaften, für „Zerodur“ von SCHOTT. Das Mainzer Unternehmen ist Weltmarktführer in der Produktion von Substraten für große Spiegelteleskope. Dabei ist das Geheimnis des Materials seine „Nullausdehnung“: Die Längenänderung liegt bei wenigen Nanometern pro Grad Temperaturänderung. SCHOTT ist führend, diese minimalen Ausdehenungen reproduzierbar zu erreichen, insbesondere homogen über Flächen von mehreren Quadratmetern, wie sie für heutige Teleskopspiegel erforderlich sind.

LAMOST ist ein reflektierendes Schmidt-Teleskop mit einem beweglichen Korrekturspiegel. Eine aktive Steuerung sorgt dafür, dass die Spiegelwaben von LAMOST immer ein scharfes Bild in die Fokusebene werfen, wenn das Teleskop auf ein anderes Himmelsgebiet gerichtet wird. Bei herkömmlichen Schmidt-Teleskopen sitzt eine „Brille“ als Linse vor dem Hauptspiegel. LAMOST sammelt das schwache Licht weit entfernter Sterne und Galaxien mit dem beweglichen Spiegel in einem Beobachtungswinkel von 5 Grad und wirft es auf den Hauptspiegel, der das Licht in die 20 Meter entfernte Brennebene bündelt. Dort leiten 4.000 Glasfasern das Licht in 16 Spektrometer. Die Spektrometer messen Lichtwellenlängen von 370 bis 900 Nanometer, also etwas mehr als das Spektrum des sichtbaren Lichts.

Die extrem schnelle parallele Verarbeitung erlaubt es, pro Nacht bis zu 10.000 Himmelsobjekte spektroskopisch zu untersuchen – ein Weltrekord für Astronomieteleskope. Die Lichtspektren verraten, wie in den Anfängen unseres Universums Sterne entstanden und sich zu Galaxien formten. LAMOST ist weltweit das einzige Großteleskop mit einer solch großen Anzahl von parallelen Spektroskopiekanälen und untermauert damit Chinas Anspruch auf einen Spitzenplatz in der astronomischen Forschung.

SCHOTT AG



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