15.02.2013

Das neue Bild der Heliosphäre

Unser Sonnensystem befindet sich im Innern einer riesigen Plasmablase. Anders als bislang gedacht, bildet diese am Übergang zum interstellaren Medium keine Stoßfront aus.  

Bislang ließen sich die physikalischen Zustände und Prozesse an der Grenze von der Heliosphäre zum interstellaren Medium nicht beobachten. Dies änderte sich jetzt mit dem Satelliten IBEX. Er registriert energiereiche Wasserstoffatome, die aus dieser Grenzregion kommen. Überraschenderweise stellte sich jetzt heraus, dass die seit Jahrzehnten prognostizierte Stoßwelle, der sogenannte Interstellar Bow Shock, gar nicht existiert.

Die Wechselwirkungen zwischen Sonnenwind und interstellarem Medium. Schematisch eingetragen die Bahnen der beiden Pioneer- und Voyager-Sonden (Grafik: NASA).

Bei seinem Weg durch das Planetensystem besitzt die Sonnenwindströmung Geschwindigkeiten zwischen 400
und 800 km/s, das entspricht in diesem Medium der 20- bis 40-fachen Schallgeschwindigkeit. Mit wachsender Entfernung von der Sonne verdünnt sich der Sonnenwind, und sein Druck verringert sich. In einem bestimmten Abstandsbereich wird der Druck in den Bereich des interstellaren Mediums kommen. Was geschieht hier?

Die Lehrbücher sagen, dass sich an diesem Außenrand der Heliosphäre eine Stoßfront ausbildet, in die Magnetfelder eingebunden sind. Doch neue Messungen mit dem Satelliten IBEX sprechen dagegen. Zunächst einmal ändert sie nichts an der Lehrbuchweisheit, dass sich die Sonne mit einer Geschwindigkeit von rund 220 km/s um das Zentrum der Milchstraße bewegt. Aber die Relativbewegung der Sonne gegenüber dem umgebenden interstellaren Medium ist langsamer als erwartet. Die Heliosphäre bewegt sich durch die Umgebungsströmung eher wie ein „Unterschallflugzeug“. 

Ein Übersichtsaufsatz von dem Bonner Astrophysiker Hans Jörg Fahr zu den neuesten Ergebnissen  ist in der jüngsten Ausgabe von Physik in unserer Zeit erschienen. Sie finden ihn hier zum freien Download. 

Veranstaltung

Vier Kongress-Fokusthemen beleuchten Kernaspekte der Quantenphotonik zur Quantum Photonics 2026

Vier Kongress-Fokusthemen beleuchten Kernaspekte der Quantenphotonik zur Quantum Photonics 2026

Der Fachkongress mit begleitender Ausstellung „Quantum Photonics“ findet vom 5. bis 6. Mai 2026 zum zweiten Mal in der Messe Erfurt statt. Mit dem neuen One-Ticket-Konzept wird die Teilnahme am Event noch einfacher und effektiver.

Veranstaltung

AKL – International Laser Technology Congress in Aachen

AKL – International Laser Technology Congress in Aachen

Vom 22. bis 24. April 2026 lädt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT zum AKL’26 ein. Der Photonik-Kongress mit über 500 Teilnehmenden findet zum 15. Mal statt, diesmal mit einem deutlich erweiterten Programm, über 80 Vorträgen und 54 Ausstellerständen.

Meist gelesen

Themen