11.06.2007

Deutsche Unis brauchen ausländische Professoren

Der Generalsekretär des neu gegründeten Europäischen Forschungsrates, Ernst-Ludwig Winnacker, hat die deutschen Universitäten aufgefordert, sich stärker um herausragende ausländische Forscher zu bemühen.

Deutsche Unis brauchen ausländische Professoren

Osnabrück (dpa) - Der Generalsekretär des neu gegründeten Europäischen Forschungsrates, Ernst-Ludwig Winnacker, hat die deutschen Universitäten aufgefordert, sich stärker um herausragende ausländische Forscher zu bemühen. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» sagte Winnacker, an der weltweit renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich seien etwa 60 Prozent der Professoren Ausländer, in Deutschland im Schnitt nur drei Prozent.

Die deutschen Hochschulen müssten daher ihre Berufungsverfahren aktiver betreiben. Stellenausschreibungen seien zwar sehr demokratisch, sagte Winnacker. In Wirklichkeit würden sich aber die Besten gar nicht bewerben. Sie müssten gesucht und angesprochen werden, was aber in Deutschland kaum üblich sei. Niemand sollte sich außerdem darüber aufregen, wenn etwa ein neu berufener Mathematiker aus Schottland zwei Semester lang Englisch spreche. Im dritten Semester könne er dann Deutsch. «Da muss man eben flexibel sein», sagte der frühere Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Winnacker bedauerte, dass es in der deutschen Forschungsfinanzierung große Unterschiede gebe. Manche Universitäten seien einfach zu arm, um bestimmte Forschungsvorhaben zu finanzieren. Für sie wäre ein Ausgleich durch den Bund, der auch bei der Infrastruktur ansetzen könnte, sinnvoll, sagte Winnacker. Der im Februar eingerichtete Europäischen Forschungsrat soll hoch qualifizierte Wissenschaftler in der EU fördern. Dafür stehen zunächst jährlich eine Milliarde Euro bereit.

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