22.11.2017

Ein Material mit vielversprechenden Eigenschaften

Verfahren zur Synthetisierung von ferromagne­tischen Halb­leiter-Nano­partikeln ent­wickelt.

Ferromagnetische Halbleiter gehören zu den vielversprechenden funktio­nalen Materi­alien, die auf­grund ihrer Eigen­schaften auf dem Gebiet der Spin­tronik ein­setz­bar sind. In inter­diszipli­närer Zusammen­arbeit ist es an der Uni Konstanz gelungen, ein Ver­fahren zu ent­wickeln, mit dem Nano­partikel von Europium(II)-Oxid her­ge­stellt werden können, einem solchen ferro­magne­tischen Halb­leiter. In einem weiteren Schritt konnte gezeigt werden, dass die magne­tischen Eigen­schaften der Nano­partikel mit ihrer Struk­turie­rung zusammen­hängen.

Abb.: Computerbasierte Rekonstruktion der Partikel-Geometrie. (Bild: U. Konstanz)

Im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs befassen sich Forscher der Uni Konstanz mit den Eigen­schaften aniso­troper und magne­tischer Nano­partikel, wobei aniso­trop bedeutet, dass die Form sowie die magne­tischen, optischen oder elektro­nischen Eigen­schaften nicht in alle Raum­rich­tungen des Partikels gleich sind. Das bedeutet wiederum, dass nicht nur die neuen und oftmals ver­bes­serten Eigen­schaften nano­struktu­rierter Materi­alien, sondern darüber hinaus auch die durch Aniso­tropie zusätz­lichen Eigen­schaften erforscht werden können. Mit einer speziellen Methode ist es den Wissen­schaftlern jetzt gelungen, quali­tativ hoch­wertige und aniso­trope Europium(II)-Oxid-Nano­partikel herzu­stellen, anhand derer Struktur-Eigen­schafts-Effekte beob­achtet werden können.

Die Methode umfasst einen zweistufigen Prozess. Im ersten Schritt wird ein Hybrid­material aus orga­nischen und anorga­nischen Kompo­nenten herge­stellt, das bereits die gewünschte aniso­trope Form besitzt. Im nächsten Schritt wird das Hybrid­material mit Europium-Dampf behandelt, wobei es sich chemisch in Europium(II)-Oxid umwandelt. In diesem Fall besteht die aniso­trope Form der Nano­partikel in Hohl­röhren. „Die Methode ist inte­res­sant, weil man mit ihr nicht auf Hohl­röhren beschränkt ist. Es sind auch zum Beispiel Stäb­chen mach­bar“, erläutert Team-Mitglied Bastian Trepka.

Darüber hinaus konnte in einem weiteren Schritt gezeigt werden, dass die magne­tischen Eigen­schaften des Halb­leiters tat­säch­lich mit der Form seiner Nano­struktu­rierung zusam­men­hängen, beziehungs­weise mit der Aniso­tropie. Im Gegen­beweis ergaben sich nach einer weiteren Behand­lung, auf­grund derer die Hohl­räume ver­schwanden, ent­sprechend andere Eigen­schaften. „Das Besondere an diesem Prozess ist die Tren­nung von Struktur­kontrolle und chemi­scher Umwand­lung. Wir können aus dem­selben Material ver­schie­dene Formen gewinnen, indem wir über die Prozess­führung die Form beein­flussen, und bekommen immer das Material in der Form heraus, wie wir es brauchen“, so Trepka. Wobei es sich im Fall des Europium(II)-Oxids um eine topo­tak­tische Nano­trans­for­mation handelt, bei der die Kristall­rich­tung gleich­bleibt: Vor und nach der Behand­lung sind es Hohl­röhren.

„Ein intelligentes Material mit sehr vielen Eigen­schaften“, charak­teri­siert Trepka das Europium(II)-Oxid. Insbe­sondere aber hat es eine ein­fache Kristall­struktur. „Wenn sich eine Ände­rung von Eigen­schaften ergibt, lässt sich das sehr leicht erklären, weil die Kristall­struk­turen vor­ge­geben sind.“ Damit ist das Material ideal für Grund­lagen­forschung.

U. Konstanz / RK

Anbieter des Monats

Dr. Eberl MBE-Komponenten GmbH

Dr. Eberl MBE-Komponenten GmbH

Das Unternehmen wurde 1989 von Dr. Karl Eberl als Spin-off des Walter-Schottky-Instituts der Technischen Universität München gegründet und hat seinen Sitz in Weil der Stadt bei Stuttgart.

Veranstaltung

Spektral vernetzt zur Quantum Photonics in Erfurt

Spektral vernetzt zur Quantum Photonics in Erfurt

Die neue Kongressmesse für Quanten- und Photonik-Technologien bringt vom 13. bis 14. Mai 2025 internationale Spitzenforschung, Industrieakteure und Entscheidungsträger in der Messe Erfurt zusammen

Meist gelesen

Themen