29.01.2010

Europäische Mikro- und Nanotechnik-Industrie hakt 2009 ab

Datenerhebung des IVAM Fachverbands für Mikrotechnik bestätigt Umsatzeinbußen, Exportrückgang und Finanzierungslücken - für die Zukunft sind Diversifizierung und neue Produkte gefragt.

Datenerhebung des IVAM Fachverbands für Mikrotechnik bestätigt Umsatzeinbußen, Exportrückgang und Finanzierungslücken - für die Zukunft sind Diversifizierung und neue Produkte gefragt.

Die Auswirkungen der anhaltenden Wirtschaftskrise auf die Branchen Mikrotechnik, Nanotechnologie und Neue Materialien sollen im Jahr 2010 etwas weniger spürbar werden als im vorausgegangenen Geschäftsjahr. Dies ist das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Datenerhebung des Fachverbands für Mikrotechnik IVAM bei europäischen Unternehmen. Die Erwartungen für 2010 zeigen, dass die Branche den Optimismus nicht verloren hat. Für die zweite Jahreshälfte 2009 wurden in einzelnen Fällen bereits wieder "hervorragende Geschäfte" gemeldet. Aufgrund der steigenden Nachfrage aus dem Halbleitersektor haben einige Betriebe direkt von Kurzarbeit auf Wochenendschichten umgestellt.


 

 

Abb.: Die Geschäftsentwicklung bei den europäischen Mikro-, Nano- und Materialunternehmen im Jahr 2009. (Bild: IVAM Research)
 

Insgesamt erzielten die europäischen Unternehmen der Mikrotechnik, Nanotechnik und Neuen Materialien im Jahr 2009 einen Umsatz von knapp 44 Milliarden Euro. Jedoch sind die Umsätze im Jahr 2009 noch stärker als im Vorjahr, 2008, eingebrochen. Mehr als ein Viertel der Unternehmen vermeldet einen Umsatzrückgang von über 10%. Der Anteil der Unternehmen, die ein starkes Umsatzwachstum von mehr als 10% verzeichnen konnten, ist hingegen von 30% (2008) auf nur noch 12% (2009) gefallen.

Mehr als drei Viertel (76%) der Unternehmen zeigen für das Jahr 2009 einen Auftragsrückgang an, 63% haben ihre Produktion zurückgefahren. Immerhin konnten die Beschäftigtenzahlen in etwas mehr als der Hälfte der Unternehmen (54%) stabil gehalten werden. Insbesondere den deutschen Unternehmen ist es offenbar mithilfe der Kurzarbeit gelungen, Entlassungen weitgehend zu vermeiden. Insgesamt beschäftigte die Branche in Europa Ende 2009 knapp 310.000 Mitarbeiter.

Die Finanzierung blieb bei fast der Hälfte der Unternehmen (46%) auf dem Vorjahresniveau, jedoch konnte kaum ein Unternehmen eine Verbesserung der Finanzierungslage vermelden. Das restriktive Vorgehen bei der Kreditvergabe wird für viele Hightech-Unternehmen allmählich ein existenzbedrohendes Problem. Wenn sich die Lage auf den Finanzmärkten, die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe und die Bereitschaft der Unternehmen, wieder mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren, nicht verbessern, könnte die Branche vor einem massiven Wachstumsproblem stehen.

Diversifizierung ist die häufigste Reaktion der europäischen Mikro-, Nano- und Material-Unternehmen auf die Wirtschaftskrise, neben verstärkten Anstrengungen bei der Kundengewinnung. Etwa die Hälfte der Unternehmen hat ihr Geschäftsfeld ausgeweitet, davon wiederum 82% durch die Entwicklung neuer Produkte, 55% durch die Erschließung neuer Märkte. An den Maßnahmen, mit denen die Unternehmen auf die Krise reagieren, wird eine wachsende Resignation erkennbar: Im Jahr 2009 haben die Unternehmen häufiger als im Vorjahr einschränkende Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel Personal abgebaut (39% im Vergleich zu 35% im Vorjahr) oder bei den FuE-Investitionen gespart (30% im Vergleich zu 14% im Vorjahr).

Bei den Zielmärkten der deutschen Mikro-, Nano- und Materialunternehmen hat die Automobilbranche erstmals seit Jahren die Medizintechnik als häufigsten Absatzmarkt abgelöst. Etwas mehr als die Hälfte (51%) der deutschen Unternehmen belieferte im Jahr 2009 die Automobilindustrie, im restlichen Europa waren es 44%. Hier dürfte die Abwrackprämie für einen kurzfristigen Aufschwung gesorgt haben, von dem neben den Autobauern auch die Zulieferindustrie profitiert hat. Wie sich die Märkte nach dem Auslaufen der Prämie im Laufe des Jahres 2010 entwickeln, bleibt abzuwarten.

IVAM Fachverband für Mikrotechnik

 AL

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