01.06.2007

Flach wie eine Flunder

Physik Journal - Die ersten TV-Geräte mit organischen Leuchtdioden sollen auf den Markt kommen.



Physik Journal – Die ersten TV-Geräte mit organischen Leuchtdioden sollen auf den Markt kommen.

Seit einigen Jahren gelten organische Leuchtdioden (OLEDs) als vielversprechende Zukunftstechnik für Bildschirme, da sie mehrere Vorteile gegenüber gewöhnlichen LCDs haben. Während bislang vor allem Displays für Handys oder andere mobile Elektronik aus OLEDs bestanden, sind nun die ersten Fernsehgeräte mit dieser Technik angekündigt: Sony will noch dieses Jahr ein 11-Zoll-Gerät in geringen Stückzahlen auf den Markt bringen, ein Joint Venture aus Toshiba und Matsushita („Panasonic“) möchte spätestens 2009 mit eigenen Fernsehern nachziehen. Hinter beiden Ankündigungen stecken sicherlich die Marketingabteilungen, denn Marktforscher erwarten keinen schnellen Siegeszug der OLEDs, auch wenn immer mehr Prototypen beweisen, dass die Technik zunehmend beherrschbar ist.

Abb.: Schauen wir in einigen Jahren Spielfilme auf OLED-Fernsehern an? (Quelle: Reuters)

Eine organische Leuchtdiode ist aus mehreren dünnen Schichten aufgebaut, in deren Mitte eine mit Farbstoff versetzte Schicht liegt. Wandern von der Kathode Elektronen und von der Anode Löcher in Richtung Farbstoff, bilden sie dort Exzitonen. Diese emittieren beim Übergang in den Grundzustand Photonen, deren Wellenlänge durch den Farbstoff steuerbar ist.

Heute übliche LCDs wirken als Farbfilter. OLEDs dagegen emittieren selbst Licht und kommen daher ohne Hintergrundbeleuchtung aus. Ein OLED-Fernseher benötigt daher weniger Energie und liefert kontrastreichere Bilder als LCD oder Plasma-Schirme. Außerdem ist er sehr flach: Sonys kürzlich gezeigter 11-Zoll-Prototyp bringt es auf gerade mal 3 mm Dicke. Ein weiterer Vorteil von OLEDs besteht darin, dass sie sich drucken lassen.

Die größte technische Herausforderung ist die relativ geringe Lebensdauer der OLEDs, die sich vor allem bei blauen Dioden beobachten lässt. Auch große Bilddiagonalen bereiten den Entwicklern noch Probleme: Laut einem Bericht der südkoreanischen Zeitung „Korea Times“ hat Samsung – Weltmarktführer bei OLED-Bildschirmen – selbst in der Produktion von 2,2 Zoll messenden Displays 60 Prozent Ausschuss.

Michael Vogel

Quelle: Physik Journal, Juni 2007, S. 18

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