Heike Rauer erhält Caroline-Herschel-Medaille
Auszeichnung der Astronomischen Gesellschaft für Leistungen zur Exoplanetenforschung und zur ESA-Mission PLATO.
Die Planetenphysikerin der Freien Universität Berlin und ehemalige Direktorin des Instituts für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin-Adlershof (heute Institut für Weltraumforschung), Heike Rauer, erhält die Caroline-Herschel-Medaille 2026. Mit der Auszeichnung würdigen die Deutsche Astronomische Gesellschaft und die Royal Astronomical Society Rauers international führende Beiträge zur Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, ihre wissenschaftliche Leitung der ESA-Mission PLATO sowie ihr Engagement für die astronomische Gemeinschaft. Die feierliche Preisverleihung findet am 28. April in der Britischen Botschaft Berlin statt.

Rauer zählt zu den prägenden Wissenschaftlerinnen der modernen Exoplanetenforschung in Deutschland. Ihre Arbeiten tragen wesentlich dazu bei, extrasolare Planeten zu entdecken und zu charakterisieren – insbesondere erdähnliche Planeten und ihre Atmosphären.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA geplante Mission PLATO (PLAnetary Transits and Oscillations of stars). Als Principal Investigator leitet Rauer das internationale Konsortium von Forschungsinstituten, das das wissenschaftliche Instrument der Mission sowie zentrale Beiträge zum Bodensegment entwickelt. Ziel von PLATO ist es, Planeten um sonnenähnliche Sterne aufzuspüren und genauer zu untersuchen. Der Start der Mission ist derzeit für 2027 vorgesehen.
Neben ihrer Arbeit an Weltraummissionen ist Rauer auch an bodengebundenen Projekten beteiligt, darunter dem Next Generation Transit Survey (NGTS). Ihre Forschung liefert zudem wichtige Beiträge zur Asteroseismologie, also zur Untersuchung von Sternschwingungen, mit deren Hilfe sich Eigenschaften von Sternen und Planetensystemen bestimmen lassen.
Rauer studierte Physik an der Universität Hannover und schloss ihr Studium 1986 ab. 1991 promovierte sie an der Universität Göttingen mit einer Dissertation über Plasmaschweife von Kometen, die sie am damaligen Max-Planck-Institut für Aeronomie (heute Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung) in Katlenburg-Lindau anfertigte. Von 1995 bis 1997 war sie als ESA-Stipendiatin am Observatoire de Paris–Meudon tätig, bevor sie ihre Forschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin fortsetzte.
Neben ihrer Tätigkeit am DLR habilitierte sie sich 2004 an der Technischen Universität Berlin und lehrte dort am Institut für Astronomie und Astrophysik als Professorin für Planetenphysik. Von 2005 bis 2017 leitete sie die Abteilung „Extrasolare Planeten und Atmosphären“ im Institut für Planetenforschung des Deutschen Luft und Raumfahrtzentrums (DLR). 2017 wurde sie Direktorin des Instituts für Planetenforschung. Im selben Jahr wechselte sie an den Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin, wo sich ihre Forschung auf Planetare Geophysik konzentriert. Seit 2013 leitet sie das Instrumentenkonsortium der PLATO-Mission, seit 2025 berät sie den DLR-Vorstands in ESA-Angelegenheiten.
Die Caroline-Herschel-Medaille wurde 2021 von der Royal Astronomical Society und der Astronomischen Gesellschaft ins Leben gerufen. Sie erinnert an die deutsch-britische Astronomin Caroline Herschel (1750–1848) und würdigt abwechselnd herausragende Astronominnen mit Wirkungsort im Vereinigten Königreich und in Deutschland als Ausdruck des Engagements beider Fachgesellschaften für die Förderung der Geschlechtervielfalt in der Astronomie und Weltraumforschung. [AG / DLR / FU Berlin / dre]
















