13.05.2004

HighTech-Star der ILA

Ein deutscher «Kohlefaserflieger» sorgt auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse für Furore.

Ein deutscher «Kohlefaserflieger» sorgt auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse für Furore.

Berlin (dpa) - Der deutsche «Kohlefaserflieger» GROB RANGER G 160 steht zwar fast unscheinbar am Rande des weiten Ausstellungsgeländes der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin-Schönefeld und im Schatten der Giganten Antonow An-124, Airbus A340-600 und BELUGA. Trotzdem gehört der gerade mal 11,5 Meter lange einmotorige Tiefdecker mit seinen 13,0 Metern Spannweite unbestritten zu den HighTech-Stars der ILA.

Ein Geschäftsreiseflugzeug dieser Größenordnung mit einem komplett in Carbonfaser-Verbundtechnologie gefertigten Rumpf ist ein Novum auf dem Weltmarkt, verspricht Robustheit und hohe Wirtschaftlichkeit zugleich. Seit dem 29. März dieses Jahres in ist das siebensitzige Turboprop-Flugzeug für Privat- und Geschäftsreisen flügge. Die Hersteller aus dem bayerischen Mattsies erhoffen sich von der neuen Maschine Erfolge vor allem in Europa, Nordamerika, Südafrika und Australien.

Der Rumpf des GROB RANGER G 160 ist komplett in Kohlefaser-Verbundtechnologie gefertigt. (Quelle: GROB Aerospace)

2,3 Millionen Euro soll das neue Flugzeug nach seiner Zulassung im nächsten Jahr kosten. Rund 20 Stück sollen von GROB Aerospace pro Jahre von 2006 an gebaut werden. Die Maschine ist rund 500 Kilometer pro Stunde schnell und hat eine Reichweite von etwa 2200 Kilometern.

GROB baute seit 1971 über 3500 Segelflugzeuge, Motorsegler und vor allem auch die berühmt gewordenen Höhenforschungsflugzeuge Strato 1 und Strato 2C. Die gut 390 Trainingsflugzeuge G 115 und G 120 sind mehrheitlich bei der britischen Luftwaffe und Marine und auch der ägyptischen Luftwaffe gelandet. Immer wieder waren GROB-Flugzeuge Schrittmacher in der Fertigung Kunststofffaserfertigung: 1981 erhielt der erste in großer Serie gebaute Motorsegler G 109 seine Zulassung, 1987 das aus Faserverbundwerkstoffen gefertigte Motorflugzeug G 115.

GROB Aerospace rechnet sich trotz des harten Konkurrenzkampfs besonders mit den nordamerikanischen Herstellern gute Chancen aus. «Schließlich setzen Airbus und Boeing, auch immer mehr auf Verbundwerkstoffe», sagt Doll.

Doch auch die sportliche Seite kommt nicht zu kurz. Die Testpiloten lobten nach dem Jungfernflug Ende März vor allem die «rasante Beschleunigung und die beeindruckende Steigleistung». Außerdem benötigt der milchig-weiße «Kunststoffvogel» nur extrem kurze Start- und Landestrecken.

Karl Morgenstern, dpa

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