Ignacio Cirac erhält den Richard-Feynman-Preis
Die Auszeichnung von ICTP und IBM würdigt seine wegweisenden Beiträge zum Quantencomputing.
Das International Centre for Theoretical Physics (ICTP) und IBM haben den neu geschaffenen Richard Feynman Prize for Quantum Computing an Ignacio Cirac verliehen, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik MPQ. Mit der Auszeichnung würdigt das Preiskomitee seine maßgeblichen Beiträge zu den theoretischen Grundlagen der Quanteninformationsverarbeitung, darunter die Theorie der Verschränkung, die Quantensimulation sowie Tensor-Netzwerk-Methoden. Die Preisverleihung fand am 21. April am ICTP in Triest statt.

„Ich freue mich besonders über diese Auszeichnung – nicht nur, weil sie eine hochrangige Anerkennung für Arbeiten darstellt, die ich gemeinsam mit vielen großartigen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt habe, sondern auch, weil sie den Geist von Richard Feynman widerspiegelt. Seine wissenschaftliche Brillanz und seine visionären Ideen, darunter sein Vorschlag von Quantencomputern, haben mich seit langem inspiriert“, sagte Cirac.
Der Richard Feynman Prize for Quantum Computing wurde 2025 von ICTP und IBM ins Leben gerufen. Benannt nach dem Physiker und Nobelpreisträger wird er an etablierte Forschende verliehen, die bedeutende Beiträge zum Quantencomputing geleistet haben, etwa in den Bereichen Theorie, Algorithmen, Anwendungen oder Simulation.
Cirac wird dafür ausgezeichnet, theoretische Konzepte der Quantenmechanik in bahnbrechende Vorschläge überführt zu haben, die die Quantenwissenschaft geprägt und den Weg für technologische Anwendungen geebnet haben. Gemeinsam mit Peter Zoller entwickelte er aus der Idee, Atome und Moleküle als Qubits zu nutzen, ein Protokoll zum Bau von Quantencomputern auf Basis gefangener Ionen.
Er entwickelte zudem einen theoretischen Rahmen, der das Verständnis von Verschränkung grundlegend verändert hat, indem er zeigte, dass sie quantifiziert, kontrolliert und für Anwendungen nutzbar gemacht werden kann. Darüber hinaus zeigte er, dass quantenmechanische Vielteilchensysteme als Quantensimulatoren eingesetzt werden können, um komplexe Probleme in Chemie und Materialwissenschaft zu lösen – eine der vielversprechendsten kurzfristigen Anwendungen der Quantentechnologie.
„Ignacio Cirac ist ein Pionier und eine führende Persönlichkeit auf dem sich rasch entwickelnden Gebiet des Quantencomputings. Als erster Preisträger des ICTP-IBM Feynman Prize setzt er einen hohen Maßstab für Exzellenz – ganz im Sinne unseres Ziels, diese neu geschaffene Auszeichnung als bedeutende Anerkennung in diesem Forschungsfeld zu etablieren“, sagte ICTP-Direktor Atish Dabholkar.
„Wir haben diesen Preis gemeinsam mit dem ICTP ins Leben gerufen, weil es für die Zukunft des Quantencomputings entscheidend ist, Forschende zu würdigen, die mutige theoretische Ideen in praktische Realität überführen. Ignacio Cirac hat genau das getan – seine vor Jahrzehnten entwickelten Ideen treiben bis heute einige der spannendsten Fortschritte in diesem Feld voran. IBM ist stolz, ihn als ersten Preisträger des ICTP-IBM Richard Feynman Prize auszuzeichnen, und wir freuen uns darauf, künftig diejenigen zu ehren, die die nächste Ära des Quantencomputings prägen werden“, sagte Alessandro Curioni, IBM Fellow und Direktor von IBM Research Zürich. [MPQ / ICTP / dre]















