13.11.2006

Industrie muss mehr für Klimaschutz tun

Die Länder der Europäischen Union nehmen einer Studie zufolge beim Klimaschutz die Industrie noch zu wenig in die Pflicht.

Karlsruhe (dpa) - Die Länder der Europäischen Union (EU) nehmen einer Studie zufolge beim Klimaschutz die Industrie noch zu wenig in die Pflicht. «Große Verschmutzer kommen eher glimpflich davon», teilte am Freitag das Karlsruher Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) mit. Grund sei die Zuteilung der so genannten Emissionsrechte. Je mehr dieser Rechte vergeben werden, desto mehr klimaschädliche Gase - vor allem Kohlendioxid - darf das betreffende Kraftwerk ausstoßen.

In Deutschland bekämen laut ISI sauberer produzierende neue Erdgaskraftwerke bedeutend weniger Emissionsrechte als etwa ein deutlich «schmutzigeres» Kohlekraftwerk. Ältere Anlagen, die ihren Ausstoß eigentlich umso intensiver reduzieren müssten, bekämen hingegen mehr Emissionsrechte. «An alle Kraftwerke sollte der gleiche ehrgeizige Maßstab angelegt werden», bemängelten die Wissenschaftler. Dies sei beispielsweise in England bereits der Fall.

Das Karlsruher ISI hatte in Zusammenarbeit mit dem australischen Centre for Energy and Environmental Markets (CEEM) die Pläne von 18 EU-Mitgliedsstaaten unter die Lupe genommen, den Kohlendioxid-Ausstoß zwischen 2008 und 2012 zu verringern. Die meisten Länder müssten allerdings «noch ihre Hausaufgaben machen», so die Autoren der Studie.

Im Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz war vereinbart worden, wie viele der klimaschädlichen Treibhausgase wie etwa Kohlendioxid einzelne Länder ausstoßen, also emittieren dürfen. Außerdem wurde festgelegt zu welcher Verringerung sie sich innerhalb welcher Zeit verpflichten. Die Bundesregierung will den Klimaschutz in den Mittelpunkt ihrer EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr stellen.

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