15.05.2007

Kohlendioxid-Lagerung ab 2020?

Die zur Verbesserung des Klimaschutzes erwogene Abtrennung und unterirdische Einlagerung des schädlichen Kohlendioxids aus Kohlekraftwerken hat nach Einschätzung der Bundesregierung frühestens von etwa 2020 an Chancen.

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Berlin (dpa) - Die zur Verbesserung des Klimaschutzes erwogene Abtrennung und unterirdische Einlagerung des schädlichen Kohlendioxids (CO2) aus Kohlekraftwerken hat nach Einschätzung der Bundesregierung frühestens von etwa 2020 an Chancen. Risiken und Fehlschläge werden jedoch auch nicht ausgeschlossen. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. Für die CO2-Lagerung kämen vor allem stillgelegte Gasfelder in Betracht, nicht dagegen der Meeresgrund. Deutschland könnte so seine jährlichen CO2-Ausstöße aus Kohlekraftwerken um 90 Prozent verringern, heißt es zu diesem in Fachkreisen und Politik höchst umstrittenen Thema.

Es werde auch möglich sein, mit der neuen Technologie alte Kohlekraftwerke nachzurüsten. Ob die Neuerung Auswirkungen auf den Stormpreis hat, könne man nicht vorhersagen. Überhaupt sei die Technik noch in der Forschungsphase. Selbst der Berliner Energiekonzern Vattenfall Europe, der dabei ist, ein CO2-freies Kohlekraftwerk in Spremberg (Brandenburg) zu errichten, kann über Erfolg und Zeitpunkt des Einsatzes nur spekulieren. Anlagenbauer, die wie Siemens an diesem Verfahren interessiert sind, betonen aber offen die hohen Kosten und lange Zeit bis zur Reife des Projekts.

Eine breite Anwendung des Verfahrens erst 2020 hätte nach Ansicht der Grünen den Nachteil, dass dann noch der - zum Ersatz der alten «Dreckschleudern» - in Kürze geplante neue Anlagenpark mit einer CO2-Minderung von etwa 50 Prozent und neuen Laufzeiten von mindestens 40 Jahren am Netz seien.

Anzustreben sei eine dauerhafte Isolation des Treibhausgases unter der Erde, heißt es in der Regierungsantwort. Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung wolle man durch ständige Beobachtung weitestgehend vermeiden. Die Regierung räumt ein, dass Grundwasserveränderungen sowie ein höherer CO2-Anteil in der Luft in manchen Gebieten möglich seien. Das Grundwasser-Problem sei «beherrschbar».

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