09.06.2011

Langfristiger Einfluss von FCKW auf die Ozonschicht

Trotz einer tendenziellen Erholung der Ozonschicht muss noch mit starken jährlichen Variationen gerechnet werden.

Trotz einer tendenziellen Erholung der Ozonschicht muss noch mit starken jährlichen Variationen gerechnet werden.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich im Verlauf dieses Jahrhunderts das Ozonloch, das seit mehr als 25 Jahren alljährlich in den Frühlingsmonaten über der Antarktis entsteht, allmählich zurückbildet und sich die Ozonschicht erholen wird. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin verweisen nun darauf, dass es trotz dieser positiven Entwicklung in den kommenden Jahren noch zu zeitlich begrenzten Ozonverlusten kommen könne.

In der nördlichen Hemisphäre beobachtet man von Jahr zu Jahr natürlich bedingte, stark ausgeprägte Unterschiede in der Stratosphärentemperatur, das heißt einen Wechsel von kalten und warmen polaren Wintern. Diese führen zu einem sehr unterschiedlichen Ozonabbau in den folgenden Frühlingsmonaten. So beobachtete man im März 2010 sehr hohe Ozonwerte, da die polaren Stratosphärentemperaturen in den Wintermonaten recht hoch waren. Im Winter 2011 dagegen war die polare Stratosphäre sehr kalt, was zu einem hohen Ozonabbau im Frühjahr führte. Die Ozonschicht wird in Jahren mit sehr niedrigen Stratosphärentemperaturen durch chemische Prozesse stark abgebaut, die eine Folge der in den letzten Jahrzehnten ausgestoßenen Flurchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind. Mittels Analysen der Beobachtungsdaten in Kombination mit numerischen Modellsimulationen können die Wissenschaftler die Entwicklungen der vergangenen Monate schlüssig erklären.

Das Fazit der Forschergruppe: Die jüngsten Beobachtungen mit sehr niedrigen Ozonwerten stehen nicht im Widerspruch zur erwarteten langzeitlichen Erholung der Ozonschicht. Sie zeigen aber, dass durch die große Variationsbreite dynamischer Vorgänge in der nördlichen Stratosphäre die Ozonverluste in den Jahren sehr unterschiedlich ausfallen können. Der durch FCKW verursachte Ozonabbau kann auch in naher Zukunft in der Nordhemisphäre noch gravierend sein.

FU Berlin / KK

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