07.05.2008

Licht an für Europas Biophotonik

Für das Exzellenznetzwerk PHOTONICS4LIFE, das die Potentiale der Biophotonik in Europa bestmöglich erschließen soll, fiel gestern der Startschuss.



Mehr als 50 hochrangige Wissenschaftler aus 9 EU-Staaten und Russland waren am 6. Mai in Jena zu Gast, um zusammen mit ihren Kollegen vom Institut für Photonische Technologien (IPHT) das europäische Exzellenznetzwerk für Biophotonik "photonics4life" mit einer festlichen Veranstaltung aus der Taufe zu heben. Das Netzwerk ist ein von der EU innerhalb des 7. Rahmenprogramms mit 4 Mio. Euro geförderter Zusammenschluss von 13 erst-klassigen Forschungseinrichtungen, die sich die Aufgabe gestellt haben, die Potentiale der Biophotonik in Europa bestmöglich zu erschließen. Auch Jenas Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter ließ es sich nicht nehmen, zu diesem Anlass die internationalen Gäste persönlich in der Stadt der Wissenschaft 2008 zu begrüßen.

Mit Hilfe modernster optischer Technologien soll die Gesundheitsversorgung zukünftig dahingehend optimiert werden, dass Diagnose und Behandlung bei Volkskrankheiten wie Krebs und Infektionen individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden können. Die Biophotonikforschung gibt der Medizin dafür die notwendigen Werkzeuge an die Hand und ermöglicht gleichzeitig hocheffiziente und dennoch bezahlbare Therapiemöglichkeiten. Sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich wird dem Gebiet der Biophotonik für die nächsten Jahre ein Boom vorausgesagt.

"Die Herausforderungen, die dabei an die Wissenschaftler gestellt werden, sind nicht zu unterschätzen", erläuterte Prof. Dr. Jürgen Popp, Koordinator von photonics4life. "Zum einen verknüpft die Biophotonik so unterschiedliche Disziplinen wie Physik, Chemie, Biologie, Ingenieurwissenschaften und Medizin. Zum anderen ist die Forschung noch immer zu stark an der Technik und zu wenig an ihren Anwendern orientiert. Häufig wissen Grundlagenforscher und Entwickler nicht genau, was behandelnde Ärzte und deren Patienten tatsächlich benötigen", so Popp. "Um dies erfolgreich überwinden zu können, ist es uns ein besonderes Anliegen, Wissenschaftler, Ingenieure, Mediziner und Unternehmen zusammenzubringen und eng in den Entwicklungsprozess einzubeziehen." Die Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Biophotonik sollen so gebündelt und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse so zusammengeführt werden, dass durch optimalen Wissenstransfer die Möglichkeiten, die optische Technologien der Medizin eröffnen, auch tatsächlich in der Praxis ankommen.

Prof. Dr. Jürgen Popp, der das Netzwerk leitet, ist wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) Jena und Direktor des Instituts für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Vizekoordinatoren des Exzellenznetzwerks sind Prof. Gert von Bally von der Universität Münster sowie Prof. Dr. Hugo Thienpont von der Freien Universität Brüssel. "Die Partner unseres Netzwerks sind Spitzenforscher aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen und von namhaften Forschungseinrichtungen - allesamt führend auf dem Gebiet der Biophotonik", bestätigte Popp, "gemeinsam werden wir im Rahmen eines starken europäischen Netzwerks gezielt innovative Ideen umsetzen und unsere Kraft in den Dienst der Gesundheit und einer verbesserten Lebensqualität stellen."

Das Koordinationsteam, das die logistische und finanzielle Organisation aller Aktivitäten übernimmt, ist am IPHT in Jena angesiedelt. Von Thüringen aus werden somit zukünftig Entscheidungen mit weitreichenden Dimensionen getroffen. Jena wird damit zu einer Art Keimzelle der europäischen Biophotonikforschung und führt den traditionsreichen Weg der Region im Bereich der optischen Technologien fort.

Quelle: idw

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