08.12.2008

Meteorit möglicherweise Auslöser für Entstehung von Leben

Japanische Wissenschaftler haben im Labor einen Meteoriteneinschlag in die Ozeane der jungen Erde simuliert



London (dpa) ­ Meteoriteneinschläge könnten zur Entstehung von Leben auf der Erde beigetragen haben. Das berichten japanische Forscher der Tohuko-Universität in Sendai im Fachjournal «Nature Geoscience». Die Wissenschaftler hatten im Labor einen Meteoriteneinschlag in die Ozeane der jungen Erde simuliert. Dabei entstanden chemische Verbindungen wie Fettsäuren und die Aminosäure Glycin, Grundbausteine aller heutigen Lebewesen.

Meteoriten bestehen gewöhnlich aus Kohlenstoff, Eisen und Nickel. Die Ozeane auf der jungen Erde enthielten neben Wasser vermutlich auch Ammoniak, eine wasseranaloge Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff. Yoshihiro Furukawa und seine Kollegen beschossen Gemische der fünf Substanzen in einem Edelstahlbehälter mit einer Spezialkanone, um die Druckverhältnisse bei einem Meteoriteneinschlag nachzustellen. Bei Einschlaggeschwindigkeiten von etwa einem Kilometer pro Sekunde bildeten sich nach Angaben der Forscher unzählige Verbindungen auf Kohlenstoffbasis und damit möglicherweise Auslöser für die spätere Entstehung von Leben.

Viele Meteoriten seien wahrscheinlich mit mindestens doppelt so hohem Druck auf die Erde eingeschlagen, schreiben die Forscher. Dabei seien womöglich sehr viel komplexere Substanzen entstanden als bei ihrem Laborversuch. Sie spekulieren, dass sich durch wiederholte Einschläge auch zunächst einfache Verbindungen zu größeren Molekülen weiterentwickelt haben könnten.


Weitere Infos:

  • Originalarbeit:
    Yoshihiro Furukawa1, Toshimori Sekine, Masahiro Oba, Takeshi Kakegawa1 & Hiromoto Nakazawa, Biomolecule formation by oceanic impacts on early Earth, Nature Geoscience (2008)
    http://dx.doi.org/10.1038/ngeo383


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