19.11.2009

Ohne erkennbare Spuren

Auf geschickt beschichteten Oberflächen bleiben Fingerabdrücke unsichtbar.

Physik Journal – Auf geschickt beschichteten Oberflächen bleiben Fingerabdrücke unsichtbar.

Fingerabdrücke auf Armaturen im Bad oder einem edlen Kugelschreiber können störend wirken. Aber sie sind unvermeidlich, da man bei jeder Berührung Partikel wie Hautschuppen, Schmutz oder Salze abscheidet und eine dünne Schicht aus Talg oder Fett auf der Oberfläche hinterlässt. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen haben nun ein Beschichtungsverfahren entwickelt, das Fingerabdrücke unsichtbar macht, ohne das Erscheinungsbild der behandelten Oberfläche zu verändern. Es eignet sich für Oberflächen, die einen merklichen, aber nicht zu großen Anteil des einfallenden Lichts diffus streuen, z. B. Werkstücke aus Metall oder Kunststoff.

Abb.: Eine neue Beschichtung macht Fingerabdrücke unsichtbar (links). (Bild: Fraunhofer-IFAM)

Ein Fingerabdruck wird sichtbar, weil die Oberfläche durch übertragene Partikel und Anhaftungen das Licht anders reflektiert: Durch Absorption verringert sich die Intensität des Lichts, durch die Partikel wird es stärker gestreut und durch Interferenzen verändert sich der Farbeindruck, der sich als Schattierung der Oberfläche bemerkbar macht. Der Fingerabdruck bewirkt also einen veränderten optischen Kontrast gegenüber der sauberen Oberfläche.

Hier setzen die IFAM-Forscher an. Sie scheiden z. B. mit einen Aerosolverfahren eine zunächst flüssige Schicht ab, die sich auf-grund der Mikrorauigkeit der Oberfläche in den Vertiefungen als „Inseln“ niederschlägt. Dann härten sie die Schicht mit einem Niederdruckplasma oder einer Excimerlampe aus. Die inhomogene Beschichtung ist an die mikroskopische Charakteristik von Fingerabdrücken angelehnt. Dadurch wird der optische Kontrast des Fingerabdrucks so reduziert, dass er sich nicht vom Untergrund abhebt und nicht mehr sichtbar ist.

Welches Material infrage kommt, hängt von der Oberfläche des zu beschichtenden Werkstücks und den gewünschten Eigen-schaften ab. Im einfachsten Fall sind es Mineral- oder Silikonöle mit geringer Oberflächenspannung, es können aber auch Materialien sein, die nach dem Aushärten hart und spröde sind. In Labortests haben sich die erzeugten Beschichtungen als langzeitbeständig erwiesen.

Michael Vogel

Quelle: Physik Journal, Dezember 2009, S. 18

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