19.01.2010

OLED-Flächenlicht für die Allgemeinbeleuchtung

Siemens-Tochter Osram bringt neue Beleuchtungsquelle erstmalig auf den Markt.


Siemens-Tochter Osram bringt neue Beleuchtungsquelle erstmalig auf den Markt.

Erstmals ist eine neue Beleuchtungsquelle aus Kunststoff kommerziell verfügbar: Osram Opto Semiconductors hat ein OLED-Flächenlicht für professionelle Beleuchtung auf den Markt gebracht. Das hauchdünne OLED-Panel liefert warmweißes Licht, dessen Farbwert der Lichtfarbe einer Glühlampe entspricht, braucht aber nur halb so viel Energie wie diese. OLED (Organic Light Emitting Diodes) bestehen aus dünnen organischen Schichten. Diese leuchten, wenn elektrischer Strom durch sie fließt. Die extrem dünnen und superleichten Flächenstrahler eröffnen bisher unbekannte Möglichkeiten der Beleuchtung, wie zum Beispiel leuchtende Raumteiler oder völlig neuartiges Leuchtendesign.

Abb.: Das runde OLED-Panel Orbeos ist 2,1 Millimeter dünn und wiegt nur 24 Gramm. (Bild: Siemens)

Das runde OLED-Panel Orbeos der Siemens-Tochter Osram, das in Zusammenarbeit mit Siemens Corporate Technology entwickelt wurde, hat einen Durchmesser von acht Zentimetern, ist 2,1 Millimeter dünn und wiegt nur 24 Gramm. Es leuchtet mit typischen 1000 Candela pro Quadratmeter. Seine Effizienz übertrifft mit 25 Lumen pro Watt bereits die von modernen Halogenlampen. Die Lebensdauer von Orbeos liegt bei rund 5000 Stunden und ist damit etwa fünfmal höher als die von Glühbirnen.

Das OLED-Flächenlicht ist für Anwendungen in Premiumsegmenten wie zum Beispiel Designlampen, in der Architektur oder in Hotels und Ladengeschäfte gedacht. Der Preis für diese völlig neuartige Lichtquelle liegt derzeit bei 250 Euro pro Panel. Damit OLED auch den Massenmarkt erobern können, müssen die Hersteller deren Lebensdauer weiter verbessern und Prozesse für eine kostengünstige Massenproduktion entwickeln.

Die neuen Lichtquellen sind aus vielerlei Gründen attraktiv: Sie sind effizient, man kann mit ihnen hauchdünne, sehr leichte Leuchten bauen kann, sie liefern blendfreies Licht und als Flächenstrahler benötigen sie - anders als LED - keine zusätzlichen Wärmesenken. Weil ihre aktiven Schichten weniger als einen halben Mikrometer dünn sind, kann man mit OLED auch biegsame Leuchtflächen herstellen, wenn es gelingt, das heute verwendete Glassubstrat durch flexible Substrate zu ersetzen. Außerdem wird an transparenten OLED gearbeitet, so dass künftig zum Beispiel Fenster gleichzeitig als Leuchten fungieren können. Derzeit findet man OLED hauptsächlich als Displays in elektronischen Geräten. Das Panel von Osram ist nun die erste kommerzielle OLED-Lichtquelle für hochwertige Allgemeinbeleuchtung.

Osram gehört zu Siemens Industry und hat die technischen Grundlagen des OLED-Panels in dem Projekt "Organische Phosphoreszenzleuchten für Anwendungen im Lichtmarkt" (OPAL) entwickelt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Siemens AG


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