28.05.2018

Passgenaue Strömungsmessung

Münchner Startup mit maßgeschneiderten Strömungssonden aus dem 3D-Drucker erfolgreich.

Nach ihrem Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität München (TUM) konnte sich Katharina Kreitz vor Job­angeboten bei nam­haften Unternehmen kaum retten. Doch sie gründete lieber ihr eigenes Unternehmen zur Entwicklung von präzisen und individuellen Strömungs­sonden. Diese kommen unter anderem in der Formel 1 zum Einsatz. Die Idee zur Gründung des eigenen Unternehmens entstand bei Katharina Kreitz aus einem Ärgernis: Bei ihrem Studium mit dem Schwer­punkt Luft- und Raum­fahrt hatte sie immer wieder mit Strömungs­messungen zu tun. „Ich habe mich ständig über die Technik der markt­üblichen Strömungs­sensoren geärgert“, erinnert sie sich. Diese war ihr „einfach nicht genau genug“. Kreitz beschloss, dieses Problem zu lösen. Sie wollte kleine, stabile und individuell anpassbare Strömungs­sensoren entwickeln und mit ihrem eigenen Unternehmen vermarkten.

Abb.: Katharina Keitz und Florian Wehner von Vectoflow (Bild: Jooß / TUM)

Der Bedarf für diese Produkte ist groß. Autobauer etwa installieren die Sonden und untersuchen die Aero­dynamik ihrer Proto­typen im Wind­kanal. Aber auch bei der Herstellung von Klima­anlagen, Dunst­abzugs­hauben und Drohnen müssen Strömungen gemessen werden. Nicht bei allen Anwendungen handelt es sich um Luft, die strömt – es geht auch die Strömung von Gas, Wasser oder Öl.

Sind die Sensoren allerdings zu groß, bilden sie ihrerseits einen Wider­stand und verfälschen die Mess­ergebnisse. Auch gab es bisher keine Sensoren, die sich unter extremen Temperatur­bedingungen einsetzt lassen. Die Lösung sah Kreitz im 3D-Druck: Mit dieser Technologie lassen sich die Sensoren individuell an die Anforderungen der Kunden anpassen. Gemeinsam mit Christian Haiger­moser, ebenfalls TUM-Absolvent, gründete die junge Unternehmerin im April 2015 die Vectoflow GmbH. Sie schlug zahlreiche Job­angebote von markt­führenden Firmen aus und verfolgte konsequent ihr Ziel.

Kreitz und Haigermoser bewarben sich für ein EXIST-Gründer­stipendium des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Energie – mit Erfolg. Allerdings fehlte den Entscheidern des EXIST-Programms ein BWLer an Bord. Kreitz absolvierte kurzerhand ein einjähriges Aufbau­studium am Pariser Collège des Ingénieurs. Hier kam auch der dritte Partner dazu: Florian Wehner.

Christian Breitsamter vom Lehrstuhl für Aero­dynamik und Strömungs­mechanik der TUM übernahm in Zusammen­hang mit dem EXIST-Gründer­stipendium die Funktion des Mentors, ein Büro stellte der Lehr­stuhl für Turbo­maschinen und Flug­antriebe der Gründerin und den Gründern zur Verfügung. Auch von UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung, erhielt das Team Starthilfe: Im „XPRENEURS“-Programm wurden sie auf den Markt­eintritt vorbereitet, „Techfounders“ brachte sie mit potenziellen Investoren und Kunden zusammen. Außerdem erhielten sie eine Start­finanzierung von 25.000 Euro und konnten die High­tech­werkstatt „MakerSpace" nutzen.

Mittlerweile arbeiten sieben Angestellte fest bei Vectoflow, die Kunden sitzen auf der ganzen Welt – unter anderem in China, in Indien, in Saudi-Arabien und in den USA. Unter anderem belieferte das Start-up verschiedene Renn­serien wie etwa die Formel 1, mit ihren Sonden. Kreitz: „Im vergangenen Jahr, also nach zwei Jahren, haben wir bereits Gewinn eingefahren.“

TUM / DE

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