Praktische Lehre muss möglich sein

Der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultätentag appelliert an Politik und Hochschulleitungen, sich verstärkt für Präsenzlehre einzusetzen.

Dem Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentag (MNFT) gehören zur Zeit Fakultäten und Fachbereiche mit den Fächern Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Mathematik, Physik und Pharmazie aus mehr als 40 staatlichen deutschen Universitäten an. Sprecher der Interessensvertretung ist derzeit der Chemiker Andreas Terfort (U Frankfurt am Main). Im 15-köpfigen Beirat ist die Physik durch Mathias Getzlaff (Universität Düsseldorf) als gewähltem Fachvertreter und durch Klaus Mecke (Universität Erlangen-Nürnberg) als Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) vertreten.

Anfang März hatte der Fakultätentag ein Memorandum zu den damals noch in Betracht gezogenen Schließungen von Instituten und Fachbereichen veröffentlicht. Mit dem Ende der Vorlesungszeit in einem Semester, das nachhaltig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt wurde, legte der MNFT nun eine Resolution zur Bedeutung der praktischen Lehre vor, insbesondere unter den Rahmenbedingungen der Pandemie.

Darin drängt der MNFT darauf, dass Politik und Hochschulleitungen die Präsenzlehre während des kommenden Semesters deutlich stärker unterstützen als dies im Sommersemester der Fall war. So gelte es unter anderem, zusätzliches Personal anzustellen und Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen, um ein Studium in Kleingruppen vor Ort zu ermöglichen. Die Kommunikation zwischen den Hochschulen und den Entscheidungsträgern der Bundesländer will der Fakultätentag mithilfe seines breit gefächerten Netzwerks verbessern.

Der MNFT mahnt eine pragmatische Herangehensweise an, wenn es darum geht, die Ansteckungsgefahr gemäß dem Alltagsrisiko abzuwägen. Gruppengrößen und Abstandsregelungen sollten schnellstmöglich an die jeweils gültigen Landesregeln angeglichen werden. Außerdem sei es nötig, eine klare und sinnvolle Definition für digitale Lehrveranstaltungen vorzunehmen. Für die praktische Ausbildung sollte eine Digitalisierung nur in didaktisch gut begründeten Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.

Die Resolution schließt mit einem Appell, auch in Zeiten der digitalen Semester praktische Lehre unter den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen durchzuführen. Alle Studierenden der Naturwissenschaften müssten auch und gerade jetzt die Möglichkeit erhalten, praktische Arbeit im Labor zu erlernen – das gelte insbesondere für die Erstsemester.

Kerstin Sonnabend

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