Quantastische Comics
In Erlangen sind gezeichnete Entdeckungsreisen in die seltsame Welt der Quanten zu sehen.
DPG / Alexander Pawlak
Zum 100. Geburtstag der Quantentheorie lud ELINAS, das Erlanger Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft, Comicschaffende zu einem offenen Experiment ein - einem künstlerisch-wissenschaftlichen Dialog über Quantenphysik, der zusammen mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) organisiert wurde. Das Projekt ging aus der Initiative Quantum meets Arts hervor, die im Quantenjahr 2025 gestartet wurde.




Dabei ging es darum zu zeigen, dass Quantenphänomene nicht nur durch physikalische Experimente und theoretische Modelle erfahrbar sind, sondern dass man sich ihnen auch durch die visuelle Imaginationen von Künstler:innen und narrative Techniken von Autor:innen nähern kann. Comics vereinen diese beiden Herangehensweisen und ermöglichen es, die Quantenwelt durch Bilder und Geschichten erlebbar zu machen.
Bei der Gestaltung der Comics waren der künstlerischen Freiheit keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung war jedoch der Dialog mit den Expert:innen der Quantenphysik – zuerst durch die Teilnahme an einem dreitägigen Workshop mit Vorträgen und Laborführungen am Department Physik der Universität Erlangen; anschließend durch Diskussion der Comic-Entwürfe mit einem Physiker oder einer Physikerin.
Insgesamt haben sich 26 Comic-Autor:innen bezeiligt, um ihre vielfältigen Blicke auf die Quantenphysik zu präsentieren – mal als Superhelden- oder Fantasy-Geschichten, mal als verrückte Reisen in Quantenwelten oder als kreative Bilder. Alles, um zu zeigen, wie Kunst und Wissenschaft sich miteinander kombinieren lassen.
Gezeigt wurden die Comics zum ersten Mal beim 22. Internationalen Comic-Salon vom 4. bis 7. Juni 2026 in einer großen Ausstellung, die Quantenphysik mit Manga und Cosplay verschränkte sowie das Thema „Comics und Quanten“ in Vorträgen vertiefte. Begleitet wurde die Ausstellung zudem durch eine Podiumsdiskussion zu „Quanten in Panels – Eine ästhetische Auseinandersetzung mit der Welt der Quanten“, in denen die Künstler:innen selbst zu Wort kamen und über ihre Erfahrungen mit der zum Teil ersten Begegnung mit Physik berichteten.
Damit dies nicht zu nebulös abstrakt bleibt, gab es Quantenphänomene durch eine laufende Nebelkammer des Erlanger Zentrums für Astroteilchenphysik (ECAP) live in Aktion zu erleben, sowie durch eine Licht-Installation des Toric-Codes und durch die Quantum History Wall, die von der DPG (Fachverband Geschichte der Physik) für das Internationale Quantenjahr geschaffen wurde.
Bisher waren rund tausend Besucher in der Ausstellung, die bis zum 14. Juni im „Zentrum für Austausch und Machen“ (ZAM) läuft und im Herbst 2026 im Comic-Museum Erlangen für drei Monate gezeigt wird. Noch dieses Jahr soll ein Buch mit allen Comics und einfachen Begleittexten zur Quantenphysik erscheinen.
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