22.03.2018

Science bridges cultures – Wissenschaft verbindet

Gemeinsamer Aufruf von fünf naturwissenschaftlich-mathematischen Fachgesellschaften zum kommenden March for Science.

Am 14. April 2018 findet der zweite March for Science statt. In vielen Städten Deutschlands werden wieder tausende Menschen – nicht nur Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler – auf die Straße gehen, um für die Wissenschaft zu demonstrieren. Neben vielen Transparenten wird man hier und da die Worte „Science Bridges Cultures“ auf Ansteck-Buttons bemerken können. Denn unter diesem Motto haben fünf wissenschaftliche Fach­gesellschaften ihre insgesamt über 130.000 Mitglieder zur Teilnahme aufgerufen: Der Dachverband der Geo­wissen­schaften (DVGeo), die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die Gesell­schaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie der Verband Biologie, Bio­wissen­schaften und Bio­medizin in Deutschland (VBIO) unterstützen so den March for Science 2018.

Die großen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fach­gesellschaften wollen damit ein gemeinsames Zeichen setzen, dass exakte und sorgfältige Wissen­schaften essentiell für eine moderne Gesellschaft sind und nicht für populistische Thesen zurecht­gebogen werden dürfen. Die Freiheit von Forschung und Lehre und die Freiheit der Meinungs­äußerung müssen gewahrt werden. Wissen­schaftliche Fakten dürfen nicht geleugnet, relativiert oder „alternativen Fakten“ als gleich­wertig gegenüber­gestellt werden. Wenn Erkenntnisse wie der menschen­verursachte Klima­wandel verharm­lost und Initiativen gegen die Erd­erwärmung eingestellt oder zurück­gefahren werden, dann bedroht das mittel­fristig das Leben von Millionen Menschen.

Rolf-Dieter Heuer, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft betont: „Die Physik ist das Parade­beispiel einer empirischen Wissenschaft, die Theorien immer auf Basis von Experimenten bestätigt, gegebenen­falls modifiziert oder als falsch erkennt und ad acta legt. Für diese Einordnung bedarf es eines freien und mit rationalen Argumenten geführten wissen­schaftlichen Diskurses“. „Wissenschaftliche Fakten bilden die essentielle Grundlage für die politisch-gesellschaftliche Debatte“, sagt auch Bernd Müller-Röber, Präsident des Verbandes Biologie, Bio­wissenschaften und Bio­medizin in Deutschland. „Wir wenden uns gegen alle Bestrebungen, evidenzbasierte Aussagen durch ‚alternative Fakten‘ zu ersetzen“.

Wissenschaft ist international und lebt von Kooperationen über Grenzen hinweg.
Daraus folgt, dass der freie Austausch zwischen Wissenschaftlern aller Nationalitäten nicht eingeschränkt werden darf. „Der VBIO kritisiert alle Ansätze, die Freiheit von Forschung und Lehre einzuschränken und den freien, nationale Grenzen über­schreitenden Austausch zwischen Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftlern zu behindern“, so VBIO-Präsident Müller-Röber. Und Martin Meschede, Präsident des Dachverbandes der Geo­wissen­schaften betont: „Die Geo­wissen­schaften sind eine a priori grenzen­lose Wissenschaft. Geo­wissen­schaftliche Fakten sind nicht an Staats­grenzen gebunden. Ein freier und unabhängiger Austausch von wissen­schaftlichen Erkenntnissen ist für jeden Geo­wissen­schaftler zwingend notwendig“.

DMV-Präsident Professor Michael Röckner sagt: „Es ist der Deutschen Mathematiker-Vereinigung wichtig, entschieden gegen die Verfälschung von wissen­schaftlicher Wahrheit einzutreten. Wir befürworten den grenzen­losen Austausch von wissenschaftlichen Ideen. Alle Akteure müssen dafür frei forschen und reisen können.“ Wenn die Erkenntnisse von Forschung und Wissenschaft nur noch als eine mögliche Meinung von vielen dargestellt werden, verlieren sie ihre Bedeutung, und der Wissenschaft wird letztlich ihre Existenz­berechtigung entzogen. Die wissenschaftliche Wahrheit muss immer das Maß aller Dinge bleiben, auch und gerade dann, wenn sie unbequem ist.

Matthias Urmann, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker, weist auf die Selbst­verpflichtung der Chemiker hin. „Der Verhaltens­kodex, der Teil unserer Satzung ist, verpflichtet jedes Mitglied, für Freiheit, Toleranz und Wahr­haftigkeit in der Wissenschaft einzutreten. Bei der Erarbeitung, Anwendung und Verbreitung von chemischem Wissen sind wir der Wahrheit verpflichtet. Wir dürfen es daher nicht hinnehmen, wenn wissen­schaftliche Erkenntnisse geleugnet oder durch ‚alternative Fakten‘ ersetzt werden." Wissen­schaftliche Fakten als Grundlage des gesell­schaftlichen Diskurses sind nicht verhandelbar!

DPG / DE

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