15.01.2004

Steigende Strompreise

Die Stromwirtschaft sieht in den kommenden 20 Jahren einen hohen Investitionsbedarf. Die Folge seien steigende Preise.

Berlin (dpa) - Die deutsche Stromwirtschaft rechnet in den kommenden 20 Jahren mit einem hohen Investitionsbedarf von 30 bis 40 Milliarden Euro. Die Verbraucher müssen sich langfristig auf steigende Preise einstellen.

Zahlreiche Kraftwerke, die etwa für die Hälfte der gesamten Kraftwerksleistung sorgten, müssten ersetzt oder modernisiert werden, teilte der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) am Donnerstag in Berlin mit. Das betreffe vor allem alte Kohleanlagen. Darüber hinaus stehe der Ersatz der Kernkraftwerke an. Im Jahr 2002 hatten die rund 900 Stromunternehmen rund vier Milliarden Euro investiert, ein Viertel davon in die Kraftwerke. Für 2003 wird mit einer ähnlichen Investitionssumme gerechnet.

Angesichts der hohen Investitionen würden die Strompreise langfristig steigen, eine genaue Prognose sei aber noch nicht möglich. «Eine Versorgungssicherheit ist nicht zum Nulltarif zu haben», sagte VDEW-Präsident Werner Brinker. Er forderte ein energiepolitisches Konzept aus einem Guss. «Die Stromwirtschaft erwartet, dass die Politik das Flickwerk nicht auf einander abgestimmter Einzelmaßnahmen beendet.»

In Deutschland stieg der Stromverbrauch im vergangenen Jahr um zwei Prozent. Langfristig rechnen die Stromunternehmen aber wegen des Bevölkerungsrückgangs und sparsameren Verbrauchs mit einem jährlichen Wachstum des Verbrauchs unter 0,5 Prozent.

Dem Verband zufolge werden die Kraftwerksreserven in Deutschland knapper. Die Auslastung der Kraftwerkskapazitäten sei 2002/2003 auf 92 Prozent gestiegen (2001/2002: 91 Prozent). Die zunehmende Zahl der Kraftwerke mit erneuerbarer Energie erweitere zwar die Kapazität, steigere aber auch den Bedarf an Reserven etwa für die Zeit von Windflauten.

Einer vom VDEW in Auftrag gegebenen Studie des bremer energie institutes (bei) zufolge fußt die Stromerzeugung in Deutschland derzeit noch zu etwa 60 Prozent auf fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdgas, zu 30 Prozent auf Kernenergie und zu etwa acht Prozent auf erneuerbaren Energien wie Wind- und Wasserkraft.

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