15.08.2018

Straßenverkehr im Rundumblick

360°-Kamerasystem analysiert detailliert Verkehrssituationen.

Ein Auto zieht ohne den Blinker zu setzen unver­mittelt vor dem eigenen Auto heraus – eine typische Situation für einen Auffahr­unfall. Wenn es nach den Forschern am Institut für Ubi­quitäre Mobilitäts­systeme (IUMS) der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft geht, bald nicht mehr. „Mit unserem neuen, hochauf­lösenden 360-Grad-Kamera­system haben wir nun ganz andere Möglichkeiten, Verkehrs­situationen detailliert in alle Richtungen zu ana­lysieren. Außerdem können wir dieses beispiels­weise auch für Laborstudien mit Fahrern in Situa­tionen nutzen, die real zu gefährlich wären”, sagt Instituts­leiter Thomas Schlegel.

Abb.: 16 UHD-Einzelkameras mit 4K-Auflösung zeichnen Vorgänge gleichzeitig rundum in zwei Ebenen auf und liefern stufenlose Bilder. (Bild: W. Schlegel)

Mit dem Entwurf und der Fertigung eines solchen Kamera­systems beauftragte das IUMS zwei Schüler der Carl-Schäfer-Schule in Ludwigsburg, die im Rahmen ihrer Techniker­arbeit an dieser nicht ganz trivialen Aufgaben­stellung tüftelten. Ende Juli konnte das fertige System an das IUMS übergeben werden, das dieses nun zu weiteren Forschungs­zwecken einsetzen wird. Ziel der Techniker­arbeit war es, ein 360°-Kamera­system, bestehend aus bis zu 32 Kameras, zur detaillierten Beo­bachtung und Erfassung von Verkehrs­situationen, Verkehrs­verhalten und Verkehrs­strömen zu entwickeln. So können verkehrliche Unter­suchungen zukünftig weit über Strichlisten aus Verkehrs­zählungen oder Befragungen hinaus­gehen.

Mit dem neuen System lassen sich Verkehrs­szenarien an Kreuzungen oder das Fußgänger­verhalten exakter analysieren. Auch im Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg ist der Einsatz des Kamera­systems vorgesehen. Darüber hinaus kann es auch in anderen Branchen beispiels­weise zur Fern­überwachung oder Steuerung der Produktion in Fertigungs­betrieben eingesetzt werden. 16 UHD-Einzel­kameras mit 4K-Auflösung zeichnen Vorgänge gleichzeitig rundum in zwei Ebenen auf. Die Kamera­vorrichtung kann dabei stationär oder auf einem Fahrzeug montiert mobil eingesetzt werden. Auf der instituts­eigenen, sieben Meter großen Curved Displaywall des IUMS wirken die Rundvideos mit über 130 Millionen Bildpunkten dann so, als wäre man direkt im Geschehen.

HS Karlsruhe / JOL

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