28.08.2008

VDMA: «Abschwächung trifft nicht alle Maschinenbauer»

Nach dem Rückgang der Aufträge im deutschen Maschinenbau im dritten Monat in Folge hat der Branchenverband VDMA vor übertriebener Sorge gewarnt.

VDMA: «Abschwächung trifft nicht alle Maschinenbauer»

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Rückgang der Aufträge im deutschen Maschinenbau im dritten Monat in Folge hat der Branchenverband VDMA vor übertriebener Sorge gewarnt. «Die Abschwächung trifft nicht alle Unternehmen gleichermaßen», sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers am Donnerstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. So laufe es etwa bei den Herstellern von Maschinen für die Landwirtschaft, für Gießereien und die Holzwirtschaft weiterhin gut. Die Werkzeugmaschinenbauer verzeichneten stagnierende Auftragseingänge. Rückgänge gebe es dagegen bei den Herstellern von Textil- sowie Baumaschinen. «Wir bewegen uns aber auf einem sehr hohen Niveau.»

Im Juli waren die Aufträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent zurückgegangen. Vor allem die ausländischen Kunden hielten sich mit Bestellungen zurück, was Wiechers mit dem Übergreifen der Finanzmarktkrise auf Europa, einem gedämpften Wachstum in Asien und einer daraus folgenden Verunsicherung der Investoren begründete. Damit erhielt die Branche den dritten Monat in Folge weniger Bestellungen - zuletzt hatte es solch ein Szenario von März bis Mai 2003 gegeben. Der Rückgang sei aber «nicht dramatisch», sagte Wiechers. Es sei vielmehr eine «Normalisierung» eingetreten. «Wir haben vier sehr gute Jahre hinter uns.»

Der ungewohnt lange Zyklus - «sonst hatten wir ein oder zwei Jahre» - habe der Branche sehr gut getan, betonte Wiechers. «Wir haben an Widerstandsfähigkeit gewonnen.» Die Fabriken und Prozesse seien auf dem neuesten Stand, die Innovationskraft weiterhin hoch. «Die Unternehmen können auch ein schwächeres Jahr 2009 gut überstehen.» Voraussetzung sei allerdings, dass sie ihre Kapazitäten in den Boomjahren mit Bedacht aufgebaut hätten. «Dann können sie Auftragsschwankungen im einstelligen Prozentbereich problemlos abfedern.»

Ein sofortiges Durchschlagen des Auftragsrückgangs auf die Produktion erwartet Wiechers indes nicht. Daher will er auch an den Wachstumsprognosen für das laufende Jahr festhalten. «Die Produktionsprognose von fünf Prozent hat weiter Bestand», sagte er. «Durch die Bestellungen des ersten Quartals und den ohnehin hohen Auftragsbestand ist das Ziel abgesichert.»

Gespräch: Daniel Schnettler, dpa-AFX

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