05.01.2026 • Photonik

Verbessertes Spektrometer hilft winzige Signale besser zu sehen

Ein Velocity Map Ima­ging Spek­tro­meter wur­de zur Re­du­zie­rung von Hin­ter­grund­elek­tro­nen aus ge­streu­tem UV-Licht op­ti­miert.

Kasseler Physiker haben ein Spektro­meter verbessert, das Bewe­gungen von gela­denen Teil­chen misst, wie sie zum Bei­spiel durch hoch­ener­ge­ti­sches UV-Licht er­zeugt wer­den. Die­ses er­zeugt übli­cher­wei­se vie­le Stör­sig­na­le durch Streu­licht. Im Expe­ri­ment gelang es jedoch, diese um an­nä­hernd hun­dert Pro­zent zu redu­zie­ren. Jetzt kön­nen mit tie­fem UV-Licht prä­zi­se Mes­sungen an ein­zel­nen Mole­kü­len er­fol­gen. Die For­scher pro­fi­tier­ten da­bei von der Zu­sam­men­ar­beit mit dem Schü­ler­for­schungs­zen­trum Nord­hes­sen (SFN).

Die Kasseler Physiker Fabian West­meier, Nicolas Ladda, Arne Senftleben (v.l.) vor ihrer expe­ri­men­tel­len Appa­ra­tur.
Die Kasseler Physiker Fabian West­meier, Nicolas Ladda, Arne Senftleben (v.l.) vor ihrer expe­ri­men­tel­len Appa­ra­tur.
Quelle: Cris­tian Sarpe / U Kas­sel

Mit Velocity Map Ima­ging (VMI) kön­nen Forscher den Impuls von gela­denen Teilchen wie Atomen oder Mole­külen genau messen. Das hilft zum Bei­spiel dabei, zu verstehen, wie diese bei Kol­li­sio­nen reagieren oder wie sie durch Licht aus­ein­an­der­bre­chen. An der Uni Kassel wird dafür ein Laser­strahl ver­wen­det, der auf Gas­mole­küle trifft und diese ioni­siert. Die dabei ent­ste­hen­den Elek­tronen werden durch elek­trische Fel­der auf einen De­tek­tor gelenkt. Dafür werden metal­li­sche Ringe benö­tigt, die den Laser­strahl umge­ben.

Ein Problem tritt auf, wenn sehr energie­reiches ultra­violet­tes Licht ver­wen­det wird – wie bei vielen Expe­ri­men­ten. Denn dann wird das Licht nicht nur von den unter­such­ten Teil­chen absor­biert, sondern auch von den Metall­ringen. Dabei ent­ste­hen Elek­tro­nen, die auch gela­den sind – und zwar so viele, dass das eigent­liche Signal, das man messen möchte, fast völ­lig ver­deckt wird.

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Katja Maria Engel • 10/2025 • Seite 48

Dem faulen Apfel auf der Spur

Um dieses Problem zu lösen, hat eine Grup­pe Kasse­ler Wis­sen­schaft­ler um Arne Senft­leben vom Fach­gebiet Femto­sekun­den­spek­tro­sko­pie und Ultra­schnel­le Laser­kon­trol­le am In­sti­tut für Physik meh­re­re Ände­rungen an ihrem VMI-Gerät vor­ge­nom­men. Zum einen haben sie Streu­licht­blen­den ein­ge­führt. Diese sorgen dafür, dass beim Ein­tritt in die Vaku­um­kam­mer auf­tre­ten­des Streu­licht nicht auf die Metall­plat­ten tref­fen kann. Die Ober­flä­che der Streu­licht­blen­den muss ex­trem schwarz sein, also Licht fast voll­stän­dig „ver­schlucken“. Da die For­scher mit un­sicht­ba­rem UV-Licht ge­ar­bei­tet haben, soll­ten die Blen­den auch im UV „schwarz“ sein, was am bes­ten mit nano­struk­tu­rier­ten Ober­flä­chen funk­tio­niert. Von diesen wurden im SFN Auf­nah­men mit deren Raster­elek­tronen­mikro­skop ge­macht, die die er­folg­rei­che Nano­struk­tu­rie­rung be­stätig­ten.

Außerdem haben die For­scher die Metall­ringe des VMI-Geräts beson­ders dünn ausge­führt. Da­durch trifft weni­ger UV-Licht auf die Ringe, wo zuvor eine große Menge an Hin­ter­grund­elek­tro­nen ent­stan­den.Des Wei­te­ren nutz­ten sie zum Ein­tritt des Lasers in die Va­ku­um­kam­mer hoch­wer­ti­ge Fens­ter, die Licht he­rein­las­sen, aber kaum streu­en.

Insgesamt konnten die For­schen­den das stö­ren­de Hin­ter­grund­signal um 99,9 Pro­zent re­du­zie­ren, ohne dass dabei die Ge­nau­ig­keit der Mes­sungen be­ein­träch­tigt wurde.

„Wir hoffen, dass das Spektro­meter weiter ange­passt oder ver­bes­sert wer­den kann, um alle Arten von Mes­sungen mit tie­fem ultra­vio­let­tem Laser­licht zu er­mög­li­chen“, so Nico­las Ladda, der im Rah­men sei­ner Dis­ser­ta­tion die Ver­bes­se­rungen des VMI-Geräts um­ge­setzt hat. Nun möch­te er darin chi­ra­le Mole­küle mit UV-Licht un­ter­su­chen. [U Kassel / dre]

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